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Weg mit der heiligen, harten Matratze!

siehe auch   Wasserbett ist nicht gleich Wasserbett!

Dr. Gaby Zell, Kinderärztin. Dr. Carsten Lübbe

Seit über 20 Jahren habe ich dafür plädiert, dass die harte Matratze für das erste Lebensjahr verschwinden muss, eigentlich ohne Widerspruch, aber auch ohne Resonanz bisher.
Der Anlass, hierin einen neuen Anlauf zu nehmen, war die XXVl. Fortbildungstagung des Berufsverbandes für Orthopädie e.V. im Hamburger Congresszentrum.

Säuglings-Skoliose und harte Matratzen
Prof. Thomas, Hamburg, hatte seinen Vortrag über die Säuglings-Skoliose mit Dias über das Lagerungsleibchen nach Lübbe beendet, das er als Therapie empfahl. In der darauf folgenden Diskussion habe ich sinngemäß folgendes gesagt:
"Herr Thomas hat als Ursache der Säuglingsskoliose die Schräglage genannt. Gewiss ist das völlig richtig. Inzwischen sind die Mütter meistens aufgeklärt, wie man die Schräglage vermeiden kann, und die Säuglingsskoliose ist außerordentlich zurückgegangen. Es gibt außer der Schräglage aber auch noch einen Faktor als Ursache der Säuglingsskoliose, nämlich die harte Matratze. Beide zusammen verursachen den pathologischen Druck auf den Thorax, der letztendlich zur Säuglings-Skoliose führt.
Die Matratze für das 1. Lebensjahr sollte mittelweich und auf keinen Fall hart sein. Ein Kollege stimmte mir einst mit folgenden drastischen Worten zu:
"Also weg mit der heiligen, harten Matratze! Welch ein widernatürlicher Unsinn, ein Lebewesen, das bis vor einigen Wochen im Wasserbad schwamm, nur deshalb, weil es jetzt selbst die Verdauungs- und Ernährungsarbeit übernehmen muss, auf straffgepolsterte Matratzen zu legen."

Harte Matratzen für Kinderbetten
Vor einigen Wochen habe ich zusammen mit dem Lübecker Orthopäden Timm eine Reihe von Spezialgeschäften in Hamburg aufgesucht, die Kinderbetten und Matratzen zum Verkauf anboten. Alle Matratzen waren absolut hart, meistens Kokoskern- und Rosshaar-Matratzen. Nur einmal war eine ausreichend weiche Matratze vorhanden, und zwar in einem Reise-Kinderbett. Die Verkäuferin entschuldigte sich noch, dass sie nicht hart wäre. Nun habe ich an die Gesundheitssenatorin in Hamburg geschrieben, "dass es nicht mehr zu verantworten sei, dass für das 1. Lebensjahr ausschließlich harte Matratzen angeboten würden. Jetzt ersuche in die Orthopäden in dieser Sache um Unterstützung und möchte anfragen, ob ich Ihre Unterstützung habe." Ich war dann so perplex über den starken Applaus, dass ich nur leise die Antwort von Prof. Thomas hörte: "Herr Lübbe, Sie hören den Beifall, dem ich mich nur anschließen kann. Das ist meine Antwort." Das war überraschenderweise die Umstimmung auf orthopädischer Seite. Sie wurde noch unterstrichen von Prof. Matthias, Münster, der mir in einem Privatgespräch kurz danach ausdrücklich beipflichtete, dass die harte Matratze für das 1. Lebensjahr zu verschwinden habe und später in einem Brief hinzufügte, dass die harte Unterlage keine befriedigende Lagerung für den Rücken des Kindes sei.

Wie ist man überhaupt auf den Gedanken gekommen, die harte Matratze für den Säugling zu empfehlen?
Sicher spielen da Gesichtspunkte eine Rolle, dass die Wirbelsäule vorbeugend gerade zu halten ist, dass man ihr Halt geben muss und sie nicht durchhängen darf. Diese Empfindsamkeit, die Wirbelsäule des Säuglings betreffend, spiegelt sich wieder in besonderen Verhaltungsmaßnahmen für Kleinstkinder mit Säuglingsskoliose, "nach denen unter anderem auch das Aus- und Anziehen möglichst in der Horizontalebene vonstatten gehen sollte" (Mau und Gabe, 1962) und selbst das Sitzen auf dem Arm verpönt war.

Säuglingsskoliose als Schräglageschaden
Das änderte sich erst, als man akzeptierte, dass es sich bei der Säuglingsskoliose um einen Lageschaden handelt. Lübbe (1962) erkannte als Ursache der Säuglingsskoliose die einseitige Dauerbelastung durch die Schräglage und konnte solche Skoliosen durch entsprechende Gegenlagerung begradigen. Arbeiten von Beckmann (1963) und Gladel (1963) untermauerten weiter diese Auffassung.
Lübbe machte weiter die Erfahrung, dass schwere Schräglage-Schäden, wie starke einseitige Schädel-, Rücken- und Beckenabflachungen, insbesondere also Säuglingsskoliosen und Schräglage-Hüften, ausnahmslos logischerweise bei Vorhandensein einer harten Matratze auftraten.

Harte Matratze als Therapie
Andererseits war die Gegenlagerung (anfangs durch Schaumstoffkeil,später durch das Lagerungsleibchen nach Lübbe) auch nur wirksam auf einer harten Matratze, am besten derselben, die schon vorher den Schaden zusammen mit der Schräglage angerichtet hatte.
Um es nochmals klarzustellen: Nur in diesem einzigen Ausnahmefall - nämlich während der Behandlung eines Säuglings mit dem Lagerungsleibchen nach Lübbe - darf und soll sogar die Matratze hart sein, danach nicht mehr.

Mittelweiche Matratze als Empfehlung
Im Normalfall sollte die Matratze von der Geburt an bis zur Beendigung des 1. Lebensjahres und noch darüber hinaus immer mittelweich sein. Dies gilt für Deutschland oder insbesondere für die Länder, wo eine ausgewogene Verteilung zwischen Bauchlage, Seiten- oder Rückenlage besonders in der Nacht üblich und auch zu empfehlen ist. Bei einer mittelweichen Matratze ist mit Sicherheit ein weiterer Rückgang von Lageschäden insbesondere von Säuglingsskoliose und Schräglage-Hüfte zu erwarten.
Die Gefahr eines Durchhängens bei einer mittelweichen Matratze kommt nicht in Betracht, und die Erstickungsgefahr auch im Erbrochenen bei Bauchlage ist wohl nicht größer als bei der harten Matratze.

Zur Bauchlage
Man sollte in den ersten 4 Wochen des Neugeborenen von derBauchlage überhaupt absehen.

Wie verhält es sich z. B. in den USA, wo unseres Wissens nach im 1. Lebensjahr vorwiegend in Bauchlage aufgezogen wird?
Nach persönlichen Erkundigungen werden die Neugeborenen nicht gleich auf den Bauch gelegt, sondern erst, wenn der Nabel abgeheilt ist. Dann aber so lange, bis der Säugling sich von selbst auf die Seite bzw. auf den Rücken legen kann. Das dürfte kaum vor der 8. bis 10. Woche sein. Die Gewohnheit, ausschließlich in Bauchlage zu schlafen, scheint offensichtlich beibehalten zu werden.
Die Matratzen sind hart bis mittelhart, nie weich, und für niemanden stellt ihre Beschaffenheit ein Problem dar. Neuerdings gibt es Matratzen mit einer Vertiefung an der Kopfseite, also einer Mulde für das Gesicht. Ganz neu sind jetzt weichere Matratzen mit Federkern. Der große Unterschied in den USA zu uns ist eben, dass man dort ganz überwiegend auf die Bauchlage eingestellt ist, während wir eine mehr ausgewogene Verteilung aller Lagen haben mit Schwerpunkt der Rückenlage bzw. Seitenlage für die Nacht. Für uns kommt daher nur eine mittelweiche Matratze in Frage.

Harte und weiche Matratzen
Die erwähnten Begriffe von "hart" bis "weich" unterliegen keiner Norm, sondern der persönlichen Einschätzung. Als ungefährer Anhaltspunkt könnte gelten:
- harte Matratze - aus Kokoskern oder Rosshaar - durch das Gewicht eines Säuglings von 3 kg gar nicht oder kaum eindrückbar
- mittelharte Matratze - aus Kokoskern oder Rosshaar - durch das Gewicht eines Säuglings von 3 kg bis ca.0,5 cm eindrückbar
- mittelweiche Matratze - aus Schaumstoffauflage und harter Matratze oder primär weicher gepolstert oder aus Federkern - durch das Gewicht eines Säuglings von 3 kg ca. 1 cm eindrückbar
- weiche Matratze - aus Schaumstoff oder anderen - durch das Gewicht eines Säuglings von 3 kg 2 cm und mehr eindrückbar.

Solange es bei uns aber eine mittelweiche Matratze nicht auf dem Markt gibt - ich nehme an, daß es anderswo in der Bundesrepublik Deutschland genauso ist wie in Hamburg- habe ich den Müttern meiner Patienten immer geraten, als Behelf zunächst eine etwa 2 bis 3 cm dicke Schaumstoff-Auflage bester Qualität auf ihre harte Kindermatratze zu Hause zu legen. Dies hat sich sehr bewährt, da schwerere Lageschäden nicht mehr auftraten und sich auch sonst keine Nachteile zeigten.

Welche Empfehlung?
Eine klare Stellungnahme von uns Kinderärzten, von welcher Art die Matratze im ersten Lebensjahr sein soll, scheint mir unausweichlich:
hart - wie bisher - oder mittelweich, wie ich es für notwendig halte. Auf orthopädischer Seite hat man sich offensichtlich meiner Meinung angeschlossen. Die Klärung dieser Frage unter uns Kinderärzten scheint noch schwerwiegender und dringender, weil wir ab dem 1. Tag der Geburt des Kindes die Mütter beraten. Eine Diskussion kann dazu führen, dass mancher, der sich mit dem Problem - harte oder mittelweiche Matratze - nicht sonderlich beschäftigt hat, dies jetzt intensiv tut und dass gerade gegenteilige Meinungen dazu führen können, bestehende Bedenken nicht zu vertuschen, sondern zu besprechen und zu klären. Nur aus Überzeugung und wissenschaftlicher Begründung soll der Kinderarzt die harte Matratze für das Neugeborene und sein erstes Lebensjahr ablehnen und der Mutter zur mittelweichen für ihr Kind raten.
Eine gemeinsame Stellungnahme von Orthopäden und Kinderärzten könnte dann die nötigen Schritte veranlassen: Die Mütter müssen aufgeklärt werden, und die Industrie muss ein entsprechendes Angebot an Matratzen auf den Markt bringen.

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