Med. Reaktionen auf Formaldehyd

 

 PODESTE


 

Antriebsverlust, Appetitmangel, Asthma, Augenentzündung, Blasenleiden, Bronchitis, Depression, Durchfall, Ekzeme, Gedächtnisstörungen, Haarausfall, Kopfschmerzen, Krebs, Lymphknotenschwellung, Mundtrockenheit. Nervosität, Nierenerkrankungen, Ohrenentzündung, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Schleimhautreizungen, Schwindel, Verhaltensstörungen.  

 

Bewertung von Untersuchungsergebnissen:  

Wir bewerten den Grad der durch Formaldehyd belasteten Raumluft wie folgt:  
Bei Werten die unterhalb von 0,04 ppm liegen, sind keine Gesundheitsbeeinträchtigungen zu erwarten. Ausnahmen bilden auf Formaldehyd allergische Personen. Hier können schon bei ca. 0,04 ppm Gesundheitsbeeinträchtigungen auftreten. Bei dauerhaftem Aufenthalt in Räumen mit Werten über 0,04 ppm kann eine spätere gesundheitliche Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden.
Spanplatten E1: max. 0,1 ppm

 

Formaldehyd wird seit ca. 100 Jahren technisch hergestellt. Findet Anwendung als Ausgangstoff für Harze, als Bindemittel für die Herstellung von Holzwerkstoffen (Presspanplatten), als Textilhilfsmittel, als Desinfektions- und Konservierungsmittel, als Rohstoff für Arzneimittel und Sprengstoffe usw. Im Rohzustand ist es ein farbloses, stechend riechendes Gas. Die wässrige Lösung heißt Formalin.

 

Produktionsmenge in der Welt (1988): < 10 Mio. t.
Produktionsmenge in der BRD (1988): 500.000 t.

 

Steht im Verdacht, Krebs zu erregen.

Verdacht auf allergene Wirkung.

Mutagene Wirkung.

 
Zulässige Höchstkonzentrationen:
·         Kosmetika: 0,2 %
·         Mundpflegemittel: 0,1 %
·         Innenräume: 0,1 ppm

·         Spanplatten:
o        E1: max. 0,1 ppm
o        E2: max. 1,0 ppm
o        E3: max. 1,4 ppm

·         Reizschwelle: 0,08 - 1,6 ppm
·         Tränenfluß: 4 - 5 ppm

Sehr gut brennbar; mit Luft explosive Gemische. Entsteht bei allen unvollständigen Verbrennungsprozessen. Ist auch in Zigarettenrauch vorhanden. Entsteht beim photochemischen Abbau organischer Spurenstoffe in der Luft. Reagiert allerdings ziemlich rasch mit Bestandteilen der Luft. Erhebliche Emissionen gelangen durch Verbrennungsprozesse (vor allem Kraftfahrzeuge) in die Atmosphäre. Es folgen die Spanplattenproduktion und Holzkleinfeuerungsanlagen. Die Industrieabgase spielen dem gegenüber eine unbedeutende Rolle, können aber lokal erhebliche Immissionen verursachen.

Nachweis:
Nachweis durch die Konzentration an Ameisensäure im Blut, die aber nur während der Expositionszeit sinnvoll ist, da Ameisensäure im Körper schnell abgebaut wird.
Ameisensäure -Grenzwertvergiftung: 15 mg/L Spontanurin.
Synergismus mit Dimethyldioxan und mit Phenolen.

 

Akute Vergiftungssymptome:
ppm Formaldehyd: Erscheinungen:
< 0,05:                   Systemische Allergie
0,05 - 1,00:            Geruchsschwelle
0,01 - 1,60:            Schwelle für Reizung der Augen
0,08 - 1,60:            Augen und Nase gereizt
0,50:                      Schwelle für Reizung der Kehle
2,0 - 3,0:                Stechen in Nase, Augen und hinterem Pharynx
4,0 - 5,0:     für 30 min. erträglich; zunehmendes Unbehagen und Tränenfluß
10,0 - 20,0: nach wenigen min. starker Tränenfluß, bis 1 Std.
nach Exposition anhaltend; sofort Dyspnoe (Atemnot),
Husten, Brennen in Nase und Kehle
30,0:           Lebensgefahr

 
Chronische Vergiftungssymptome:

  • Akne
  • Hustenanfälle
  • Allergien
  • Konzentrationsschwäche
  • Antriebsverlust
  • Kopfschmerzen
  • Appetitmangel
  • Kratzen im Hals
  • Asthma
  • Krebs der Atemwege
  • Augenschmerzen
  • Lymphknotenschwellung
  • Blasenleiden
  • Müdigkeit
  • Brechreiz
  • Mundtrockenheit
  • Bronchitis
  • Nervosität
  • Depression
  • Nierenerkrankungen
  • Durchfall
  • Ohrenentzündung
  • Ekzem
  • Reizbarkeit
  • Erbrechen
  • Schlafstörungen
  • Erkältung, gehäuft      
  • Schleimhautreizungen
  • Furunkel
  • Schnupfen
  • Gedächtnisstörungen
  • Schwäche
  • Gewichtsverlust
  • Schwindel
  • Haarausfall
  • Tetanie
  • Halsschmerzen
  • Übelkeit
  • Hautreizungen
  • Verhaltenstörungen
  • Warzen im Nasenbereich

 

Physikalisch-Chemische Eigenschaften:
stechend riechendes, farbloses Gas
rel. Molekülmasse: 30,05
Schmelzpunkt [Grad C]: - 92
Siedepunkt [Grad C]: -21
Dampfdruck (20 Grad C) [hPa]: --
Löslichkeit in Wasser (20 Grad C) [g/L]: unbegrenzt

 

Immissionssituation (BRD):

  • über dem Meer: bis   5 ppb
  • Nordseeküste: 0,1 -  7,0 ppb
  • Großstadtluft: 2,0 - 11,0 ppb
  • Nahbereich von Spanplattenwerken:150ppb
  • Richtwert des Bundesgesundheitsamtes für die Innenraumluft: 0,1 ppm

 

Therapie:
Einzig erfolgreiche Maßnahme ist ein sofortiger Expositionsstop. Medikamentöse Maßnahmen blieben langfristig ohne Erfolg. Lediglich der konsekutiv auftretende Zinkmangel sollte zur Stabilisierung des Immunsystems langfristig substituiert werden.
Spanplatten sind die wichtigste Quelle von Formaldehyd in Innenräumen. Die Formaldehydabgabe ist hauptsächlich auf den Klebstoff zurückzuführen; 90 % der Spanplatten werden mit Fdh.-haltigem Harnstoff-Aminoplasten verleimt. Aber auch die Beschichtung mit Fdh.-haltigem Lack zur Beschichtung kann von Bedeutung sein.
Auch Fdh.-haltige Desinfektionsmittel können zur Belastung beitragen.

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