DER PRÄNATALRAUM
Seit den fünfziger Jahren beschäftigt sich die Psychologie zunehmend mit der Bedeutung des Lebensabschnittes vor unserer Geburt und deren Auswirkung auf unsere psychische und körperliche Entwicklung.
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Das Ungeborene ist in der Lage, bereits sehr differenziert Reize unterschiedlicher Art und Intensität wahrzunehmen und in einer elementaren Form zu speichern. Negative Einflüsse können hier die psychische und körperliche Entwicklung beeinträchtigen bis hin zu schwersten Behinderungen.
Der Pränatalraum knüpft an vorgeburtliche Erfahrung an, indem er ähnliche Bedingungen schafft. Er macht so eine therapeutische Bearbeitung der Störungen und eine gezielte Förderung möglich. Das beheizte Wasserbett, die räumliche Stoffkuppel und das speziell konstruierte Beschallungssystem simulieren die vorgeburtliche ozeanische Atmosphäre und bilden so einen Raum der Geborgenheit.
Der Pränatalraum bietet universelle therapeutische Möglichkeiten, z.B. für musiktherapeutische Ansätze, Psychotherapien, Primärtherapien, Feldenkrais.
Krankheitsbilder bzw. Behinderungen
- Cerebrale Bewegungsstörungen
- Cerebrale Anfallsleiden
- Oligophrenien
- Autistische Syndrome
- Frühkindliche Hirnschädigungen unterschiedlicher Ursache
- Genetisch bedingte Störungen (z.B. Down-Syndrom)
- Schwere psychische Störungen
- Schwere chronische Erkrankungen
- Psychosomatische Überlastungen
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Die Grundlagen
Das ungeborene Kind ist in der Lage, sehr differenziert Reize aufzunehmen und zu verarbeiten.
Bereits ab der 7. bis 8. Woche entsteht der Tastsinn, das Gleichgewichtsorgan nimmt mit der Ausreifung des Nervus vestibularis seine Arbeit etwa ab dem 4. Monat auf. Der Fetus spürt jetzt nicht nur die schützende Umgebung des Fruchtwassers, er wird auch ständig durch die Bewegung der Mutter geschaukelt.
Etwa ab der 27. bis 28. Woche kann das Ungeborene hören. Eine Fülle von neuen Eindrücken überhäuft es nun. Es wird nun ständig vom gleichmäßigen Herzschlag der Mutter begleitet, registriert aber hierdurch auch Aufregung, psychische Anspannung, Schreck, Streß und Kummer mit. Es hört außerdem das ständige Rauschen des Blutstromes der großen Gefäße, Darmgeräusche, die Stimme der Mutter und anderer Menschen, sowie allerlei Geräusche und Musik aus der Außenwelt.
Der gleichmäßige Rhythmus des mütterlichen Herzschlags gibt Sicherheit und Geborgenheit. Wir nutzen dieses Wissen ebenso bei der Betreuung Frühgeborener wie dies afrikanische und indianische Medizinmänner bei der Heilung von Krankheiten tun. Unser Musik- und Rhythmusempfinden wird wahrscheinlich in dieser Phase entscheidend geprägt.
Der Pränatalraum bietet die Möglichkeit, in einer gedämpften Atmosphäre sowohl die Schaukelbewegungen zu simulieren, wie auch eine Fülle von pränatalen Geräuschen einzuspielen. Durch die Konfrontation mit körpereigenen Geräuschen (Biofeedback) kann die Körperwahrnehmung gefördert werden.
Die spezifische Behandlung im Pränatalraum läßt sich in verschiedene Sequenzen unterteilen:
- Schutz- und Rückbildung
- Antiaggression
- Abbau von Stereotypen
- Informationsaufnahme (haptil, auditiv, visuell)
- Sensibilisierung
- Informationsverarbeitung
- Sensomotorische Reaktion
- Sensomotorisches Lernen
Der Pränatalraum stellt eine Art sozialer Uterus dar und macht somit ein Anknüpfen an vorgeburtliche Erfahrungen möglich. Viele Therapieformen und Behandlungsrichtungen nutzen dieses "Setting", um insbesondere bei sonst schwer behandelbaren Störungen und Erkrankungen ein geeignetes therapeutisches Instrument zu besitzen.










