FRÜHGEBORENE
Von Dr. med. Gaby Zell, Vontana Schlafforschung
AJOT - "Frühchen" - liebevoll und gleichzeitig besorgt genannt - haben heute, Dank modernster Pflege- und Überwachungstechnik, erstaunlich gute Überlebens- und Entwicklungschancen.
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Berechtigterweise gelten sie aber auch dann, wenn sie aus ihrem hochtechnisierten Ersatzmutterleib entlassen werden können, als Risikogruppe und durchlaufen kindliche Entwicklungsphasen oft unter Schwierigkeiten oder mit Verzögerungen. Viele Defizite bleiben.
Schon in den 70er Jahren wurde von Wissenschaftlern vermutet, dass im verfrühten Verlust der Bewegungsreize durch und im Mutterleib schwerwiegende Defizite liegen. Das lieferte Forschungsimpulse. In der tiermedizinischen Fachliteratur konnte nachhaltig untermauert werden, dass das Wegfallen von Bewegungsstimulanzen Entwicklungsschäden nach sich zieht. Bei der Studie von Primaten konnte nachgewiesen werden, dass beim Fehlen von Schaukelbewegungen durch die Mutter, höchst abnorme Affen heranwachsen, die dazu neigen, sich selbst zu verstümmeln, oder die sich authistisch verhalten.
Dr. Anneliese F. Korner, Professorin für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften in der Fachgruppe Kinderpsychiatrie und Kindesentwicklung der Stanford University School of Medicine führte in diesem Zusammenhang eine beachtenswerte Forschungsarbeit an Frühgeborenen durch, die durch drei nationale Institutionen des US Gesundheitswesens gefördert und unterstützt wurde.
Die eindeutigen Ergebnisse dieser Studie ließen erkennen, dass es auch für Frühgeborene ein Vorteil wäre, einer ausgleichenden Bewegungsstimulanz während der Reifezeit im Inkubator ausgesetzt zu sein. Das Fehlen kann die gesamte Frühentwicklung und insbesondere die integrative Fähigkeit des Gehirns, insbesondere des Kleinhirns, beeinträchtigen.
Forschungsziel war es, herauszufinden, welche Wirkungen gute Wasserbetten auf Frühgeborene haben, denen natürliche Bewegungsstimulanzen in den Inkubatoren normalerweise fehlen. Die Experimentalgruppen lagen auf Wasserbetten, in denen leichte Inhaltsbewegungen in regelmäßigen oder unregelmäßigen Intervallen erzeugt wurden, jeweils angepasst an Rhythmen, denen der Säugling nicht entzogen worden wäre, wäre er nicht zu früh geboren. Bedingungen sollten erzeugt werden, die die natürliche Reifung des Gehirns und damit wiederum die physiologische und verhaltensbestimmte Reaktionsweise in einem möglichst naturnahen Umfeld fördern. Bei der Bewertung der Ergebnisse war auffällig, dass, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die Säuglinge, die auf einem Wasserbett lagen, signifikante neurologische Entwicklungsvorteile aufzeigten. Die Säuglinge aus der Experimentalgruppe waren motorisch bedeutend reifer, weniger reizbar und verfolgten akustische und visuelle Reize weitaus besser.
Bei der Experimentalgruppe kam es auch zu deutlicher Reduzierung von Apnoe und damit zu einer besseren und gleichmäßigeren Versorgung des Hirns mit Sauerstoff. Bei den untersuchten Säuglingsgruppen, die auf Wasserbetten lagen, kam es ebenfalls zu entscheidend weniger Fällen von Schädelverformungen. Insgesamt war das Wasserbett bei jedem klinischen Befund, bei dem Druck auf Haut und Skelett vermieden werden sollte, vorteilhaft.
Die Gewichtszunahme war in der Experimentalgruppe größer und das motorische Verhalten im Schlaf und in anderen Zuständen war gegenüber den Kontrollgruppen generell besser und von größerer Qualität. Schlafphasen waren im Tassobbett bedeutend länger und anhaltend ruhig. Die Säuglinge im Wasserbett neigten wesentlich weniger zu nervösen und ruckartigen Bewegungen. Das galt besonders für solche Säuglinge, die nach der Verabreichung von Medikamenten zu Unruhe, unregelmäßiger und sprunghafter Mobilität neigten. Die Verabreichung von Medikamenten konnte reduziert werden.
Daraus gefolgert, spielen bei der Pflege von Frühgeborenen gute Wasserbetten eine wichtige Rolle. Negative Auswirkungen der Lagerung in Tassobetten wurden in keinem Fall beobachtet. Darüber hinaus erwies sich das Wasserbett als signifikante Hilfe bei der Behandlung schwerer Hauterkrankungen und nach Operationen.
Mit Hinweis auf die Reduktion der in allen Lebensphasen auftretenden bedrohlichen Apnoe ist es naheliegend, dass die hier gefundenen Erkenntnisse auf Schlafende unterschiedlichen Alters übertragbar sind. Die natürliche, leichte Bewegung in ausgereiften Wasserbetten führen zu erhöhtem körperlichem Wohlbefinden. Die gemachten Beobachtungen bei klinischen Befunden, bei denen der Einsatz eines Wasserbetts sich als förderlich erwies, lassen sich zweifelsfrei auf andere Personengruppen übertragen.
Wissenschaftlich bestätigt: Tassobetten für Kinder sehr gut geeignet



