SÄUGLINGSTOD


Bericht der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung unter Leitung von Prof. Dr. K. Meinen.

ISIS, Inst. für Schlafmed. und interdisziplinäre Schlafforschung, Münster
ISIS, Inst. für Schlafmed. und interdisziplinäre Schlafforschung, Münster

Mehr als tausend Säuglinge allein in den alten Bundesländern sterben jährlich den „Plötzlichen Säuglingstod“. Es gibt Hinweise, dass seine Häufigkeit mit Propagierung der Bauchlage von Säuglingen in den westlichen Ländern Anfang der siebziger Jahre anstieg. In Ländern mit traditioneller Rückenlage ist er jedenfalls selten. Neuere epidemiologische Erhebungen, physiologische Studien sowie der Rückgang dieser Todesart in einigen Regionen nach Propagierung der Rückenlage sind Anlass für diese These.Der plötzliche Säuglingstod (ICD Code 798, „SIDS“, „Krippentod“) ist ein multifaktorielles Geschehen mit deutlich erkennbarer Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen. Er hat mit 1041 Fällen im Jahr 1989 nach der amtlichen Todesursachenstatistik an der gesamten Säuglingssterblichkeit des 2. bis 12. Lebensmonats einen Anteil von 44 Prozent in den alten Bundesländern und in Nordrhein-Westfalen mit 466 Fällen sogar von 63 Prozent. Es handelt sich bei den Todesursachen nicht um Diagnosen sondern um die Beschreibung der Todesumstände, selbst der Erstickungstod lässt sich mitunter nicht mit Sicherheit beweisen.

Seit 1985 wird in der Literatur über eine zufällige Häufung der Bauchlage bei SIDS-Opfern berichtet. In Holland, England und Neuseeland wurden daraufhin ärztliche Empfehlungen zur Vermeidung der Bauchlage an die Eltern gegeben.
Bis in die siebziger Jahre galt in den westlichen Ländern die Rückenlage traditionell als die natürliche Schlafposition des Säuglings (noch heute in den östlichen Ländern mit überwiegend geringen SIDS-Opfern). Nachdem ärztliche Fachliteratur gewisse Vorteile der Bauchlage hervorhob (z.B.: früheres Erlernen des Krabbelns, w e n i g e r Schreiphasen, längeres Durchschlafen), änderte sich die Babypflege der Eltern bis hin zum Kinderwagendesign mit Seitenfenstern, um dem Säugling in Bauchlage eine „Aussicht“ zu gewähren. In Holland beobachtete man in dieser Zeit eine Verdoppelung der SIDS Todesfälle.

Die Bauchlage entspricht nicht der physiologischen Körperlage des jungen Säuglings im Schlaf. Zwei Drittel der Opfer erreichten nicht das erste Lebenshalbjahr, mehr als zwei Drittel sterben nachts. Im ersten Lebenshalbjahr sind Säuglinge kaum fähig, ihre Lage selbst zu verändern, sie verbringen die Nacht so wie man sie bettete und Schreien ist weniger gut zu hören. Die Erstickungsgefahr auf weichen Kissen ist groß und es kann in der „face down position“ zur Verformung der knorpeligen Nase kommen mit Erhöhung des nasalen Atemwegswiderstandes (Säuglinge sind Nasenatmer). Weiter ist das Gesicht als die größte Fläche unbedeckter Haut für die Wärmeabstrahlung bedeutend, die in Bauchlage erheblich reduziert wird (Thermoregulation). Besonders bei Fieber sind Hyperthermien möglich und werden bei den Opfern auch nach dem Tod nicht selten nachgewiesen.



Auch Dr. Anneliese Korner von der Stanford Universität bestätigte der Vontana Schlafforschung nach jahrelangen Untersuchungen, dass Säuglinge auf entsprechenden Wasserbetten auch in der Rückenlage erhebliche Vorzüge genießen:

• längere Durchschlafphasen,
• weniger Unruhe,
• bessere Gewichtszunahme,
• bessere Körper- und Kopfformentwicklung,
• geringere Todesfälle,
• ausgeprägterer Gleichgewichtssinn,
• Hygiene.


Ein gutes, ausgereiftes Wasserbett gehört zu den fortschrittlichen und epochemachenden Errungenschaften unserer Zivilisationsgeschichte. Seine humanitären Vorzüge und Wohltaten eröffnen neue Horizonte an Lebenswert, Qualität und Wohlgefühl. Die Basis dafür ist das schwerelose Getragenwerden wie der Fisch oder das Schiff im Wasser. Weitere Artikel zum Thema Baby siehe Tasso-Buch.

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