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Tassobetten für Neugeborene

 

Erfahrungsbericht aus der gynäkologischgeburtshilflichen Abteilung der St.-Lukas-Klinik GmbH in Solingen unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. K. Meinen.



Ein Erfahrungsbericht über den Einsatz von Wasserkernen in Wärmebetten für Neugeborene.
Noch kein Langzeitversuch im eigentlichen Sinne, aber ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Anerkennung der therapeutischen Wirkung von guten Wasserbetten. Leider konnten bei dem Versuch noch nicht vollvolumige Kinder-Wasserbetten verwendet werden. Auf Wunsch der Klinikleitung hatte der Hersteller Vontana vielmehr Spezialauflagen für die klinikeigenen Wärmebetten konstruieren müssen, um sie der Klinik zur Verfügung zu stellen. Wie es der Zufall wollte, kam aber dennoch High-Tech dieser Firma zum Einsatz. Eines der traditionellen Wärmebetten war nur noch durch die bewährte Tasso-Wasserbetten-Technologie für den Einsatz zu retten und hat den Test glänzend bestanden.

Prof. Dr. Meinen berichtet:
Die Grundlage zur Durchführung der Testreihe wurde in einem gemeinsamen Gespräch über Erfahrungen im Einsatz von Wasserkernen in der Pflege von Dauerbettlägerigen sowie Kinderwasserbetten gelegt. Unter der Vorstellung „Aus dem Wasser auf das Wasser“ sollte der Einsatz entsprechender Wasserkerne in der Säuglings- und besonders Frühgeborenenpflege beobachtet werden. Dazu wurden für die an der St.-Lukas-Klinik in Betrieb befindlichen Wärmebetten (Babythermen) größenangepaßte Wasserkerne unentgeltlich geliefert.  Dieser Bericht gibt reine Beobachtungsdaten wieder, da bislang keine Prüfungsreihe mit spezifischer Fragestellung und definierter Meßtechnik durchgeführt wurde. Die wiedergegebenen Aussagen sind die Zusammenfassung der Gespräche mit den diensthabenden Kinderschwestern incl. der Nachtwachen.

Technische Beobachtungen

Die Tasso-Wasserkerne und -heizung wurden vom Medizintechniker der Klinik begutachtet und für den Betrieb in der Klinik zugelassen. Es handelt sich um einkammerige Wasserkerne mit zusätzlicher Schutzhülle sowie handelsüblichen Füllventilen. Der Hersteller gibt an, das gleiche Bauprinzip wie bei Erwachsenenbetten angewendet zu haben. Die Wasserkerne wurden soweit aufgefüllt, dass kein Aufliegen auf dem Untergrund durch den Auflagedruck eines Säuglings möglich wurde.Es wurden Temperaturmessungen auf dem freien Wasserkern, bezogenen Bett sowie unter einer Bettdecke durchgeführt. Es zeigte sich eine ausgesprochen homogene Wärmeverteilung, wobei der Heizaufwand streckenweise verringert werden konnte. Eine Überwärmung unter einer Bettdecke wurde nicht beobachtet, die Auflage scheint somit das Temperaturreglersystem eines Wärmebettes nicht zu beeinflussen.
Aufgrund der provisorischen Ausführung bezüglich Größe und Anpassung an die Wärmebettmaße ist das Handling zum Beziehen und zur Reinhaltung aufwendig, jedoch unproblematisch, es gab keine Einwände seitens der Hygienefachschwester.

Anwendungsbeobachtung

Die Wärmeverteilung ist gut, es wird ein gutes Ansprechen beobachtet, keine Überwärmung. An heißen Sommertagen kann zeitweise auf ein komplettes Zudecken des Kindes verzichtet werden. Die Lagerung der Kinder kann in Rückenlage sowie gestützter Seitenlage (zusätzliche Rolle) erfolgen. Je nach Füllung des Wasserkerns ist gleichsam die Bauchlage möglich, ohne dass die Atemwege verlegt werden. Die Lagerung von zwei Kindern gleichzeitig ist möglich, auch Gewichtsunterschiede können ausgeglichen werden. Die Wärmeabgabe und -verteilung ist auch für zwei Kinder ausreichend. Deformitäten durch Lagerung werden nicht beobachtet. Auffallend ist eine sehr schnelle Beruhigung der Kinder. Auch nervöse Kinder (Nicotinabusus der Mutter) finden schneller in den Schlaf als in einem normalen Bettchen. Ein Bewegen des Kindes durch Eindrücken des Wasserkerns ohne Berührung des Kindes bewirkt sanfte Schaukelbewegungen, die meist zur Beruhigung des Kindes führen. Die beschriebenen Effekte sind unabhängig vom Gewicht des jeweiligen Kindes.

Schlussbemerkung:
In wieweit die beschriebenen Effekte auf eine Erinnerung des Säuglings an seine intrauterine Situation (Lagerung im Fruchtwasser) zurückgeführt werden kann, bleibt der Spekulation überlassen, darf jedoch (vgl. entsprechende Veröffentlichungen) postuliert werden. Insgesamt zeigt der Probeeinsatz ein positives Ergebnis, besonders die Nachtschwestern fühlten sich durch eine schnellere Beruhigung eines auffällig nervösen Kindes entlastet. Für die Verbesserung des Handlings sollte eine gemeinsame Entwicklung mit einer Firma für Säuglingsbetten und Wärmebetten angestrebt werden. Es erscheint zusätzlich von Bedeutung, einen Status zu definieren (Spastiken, Fehlbildungen, etc.), in dem eine gezielte Therapie und Beobachtung durchgeführt werden kann. Diese wird jedoch nur an Zentren eingerichtet werden können.
Ein weiterer Weiterentwicklungsansatz wäre ein „normales“ Säuglings- und Kinderbett mit Wasserkern, wobei hier besonders für den Klinikgebrauch die technische Realisierung (Heizung, Energiezufuhr) von Bedeutung ist.
Prof. Dr. med. K. Meinen, Th. Kalisch, Ass.-Arzt

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