Immunregulierung mit Tasso Wasserbetten

Prof. Dr. Bram van Dam, ein Beitrag aus der Schlafforschung zum Thema Immunregulierung mit Tassobetten, Haut & Haar als Regulationssystem, das Stress-Respons-System, Druckverhältnisse, Regeneration - Degeneration und vieles mehr.

Was hat ein Tassobett mit Immunregulierung zu tun?

Sie haben bestimmt immer gedacht, das sei eine Aufgabe unseres zentralen Nervensystems und nicht etwas, das mit der Haut und dem Körper in seiner Gesamtheit zu tun hat. Aber Sie werden staunen: Wir haben in den letzten Jahren zu dieser Angelegenheit viel Neues und Spannendes entdeckt. Allererst aber sollten Sie verstehen, was Immunregulierug eigentlich ist: Unser Immunsystem hilft uns unter anderem, mit Stress umzugehen. Nun ist Stress ein Modewort geworden, aber es ist es durchaus die Mühe wert einmal nachzuschauen, was Stress im ursprünglichen Sinne eigentlich ist.

(Bild links anklicken für Broschüre im PDF-Format)

Damit alles in unserem Körper gut verläuft, wir uns wohl fühlen und gesund sind, muss alles in uns in einem so genannten "Fließgleichgewicht" sein. Das wird mit einem Fremdwort auch als Homeostase bezeichnet. Aber damit wir gesund bleiben, damit wir immer wieder in der Lage sind, uns anzupassen, uns zu adaptieren an neue Aufgaben und Herausforderungen, müssen wir nicht immer in dieser Homeostase bleiben, wir müssen uns manchmal auch in eine so genannte Allostase, eine Situation in der genau das Gleichgewicht fehlt hineinbegeben. Einfach ausgedrückt: Wir brauchen gelegentlich Chaos! Das können Sie sich ganz einfach vorstellen: Sie wollen, sagen wir mal, den Bizeps-Muskel verstärken. Dann können sie natürlich einfach zu Hause warten und hoffen, dass der von alleine stark wird.

Wie wir aber alle wissen, wird genau das nicht passieren. Sie müssen also erst einmal einen Chaos-Zustand verursachen. Allostase ist also Chaos. Wenn Sie einen Muskel trainieren möchten, bewirken Sie Chaos, indem Sie in ein Studio gehen und anfangen mit Gewichten zu trainieren. Nach diesem Training können Sie den Arm nicht mehr bewegen, aber erstaunlicherweise ist ein paar Tage später der Bizeps stärker geworden - durch Chaos. Dieses Beispiel dürfen Sie auf alle Systeme unseres Körpers übertragen. Menschen dürfen also nicht immer im Gleichgewicht bleiben, sie müssen dieses Gleichgewicht ständig an den Notwendigkeiten ihrer Umwelt überprüfen. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Würden wir das nicht machen, verlieren wir an Leistungsfähigkeit: Es geht ständig "bergherunter"! Der Endzustand nennen wir "Krankheit" oder Degeneration.

Allerdings sollten Sie Ihr Training - oder Ihren Stress - auch nicht übertreiben. Würden Sie im Studio zu viele Wiederholungen mit ihrem Gewicht machen, würden Sie am nächsten Tag nicht mit einem dickeren Muskel, sondern mit einem dicken Muskelkater wach werden. Dieser Zustand (Überbelastung oder Übertraining) nennt man in der Wissenschaft "allostatische Überbelastung". Was Sie dann wahrnehmen, den Schmerz im Arm, oder die erhöhte Temperatur in Ihrem Arm, ist letztendlich nichts anderes, als Entzündung. Entzündung kann zu Degeneration führen, von einzelnen Muskeln, ja sogar vom ganzen Körper! Degeneration letztendlich führt zu einem vorzeitigen Ableben.

Nun sind wir natürlich mit Stressregulierungssystemen ausgestattet. Wir verfügen in unserem Körper über viele sonstige Systemen, wie das Herz-Kreislauf-System, etc. Und das Spannende ist, dass das System, welches alle anderen Systeme überherrscht, das Stressregulierungssystem ist. Und warum ist das so? Weil der Sinn des Lebens letztendlich ist, zu Überleben. Wer nicht überlebt, kann seine Gene, seine Erbinformationen nicht weitergeben. Und auch, wenn wir persönlich manchmal denken, dass wir aus anderen Gründen hier auf der Erde sind, von der Natur aus sind wir nur hier, um so häufig wie nur möglich, unsere Gene zu verbreiten, dass heißt: So viele Nachkommen, wie nur möglich zu schaffen! Genau das macht Deutschland im Moment im Übrigen furchtbar schlecht. Neueste Zahlen belegen, dass ein Ehepaar - zwei Personen - im Laufe Ihres Lebens nur noch 0,7 Kinder schaffen. Das heißt eine Person reproduziert sich nur mit einem Drittel, und man kann dann ganz einfach auszurechnen, dass Deutschland demnach in 13 Generationen (wenn das so weiter geht) ausgestorben ist. Und dann müssen Sie sich mal überlegen, wem Sie dann Ihre Wasserbetten verkaufen. Es sollten also wieder mehr Kinder her! Eine Aufgabe, die man übrigens gerade in einem Tassobett ganz angenehm erledigen kann!

Wir müssen also überleben, und dafür besitzen wir ein perfekt regulierendes Hormonsystem. Zwei uns bekannte Hormone, Adrenalin und Cortisol, sorgen dafür, dass wir vor allen Dingen in dem, was wir "Short-Term-Survival" nennen, das heißt "Überleben in kurzen Zeiträumen", adäquat reagieren können. Beispiel: Es läuft ein Tiger hinter mir her. Nun gibt es heutzutage relativ wenig frei herumlaufende Tiger in Deutschland. Die Folge ist: Wir verändern "Short-Term-Survival" ständig in sogenannte Long-Term-Survival-Situationen. Dabei stimmen wir Einwirkungen von Innen und von Außen (Stressoren) während längeren Zeiträumen aufeinander ab. Dafür ist das Immunsystem zuständig (denken Sie hierbei zum Beispiel an Krankheitserreger, die deutlich langsamer agieren als Tiger). Ich will jetzt nicht auf die weiteren Systeme eingehen, aber Sie können sich vorstellen, dass es natürlich von Bedeutung ist, nicht immer nur unter Stress und Belastung zu stehen, sondern hin und wieder unserem Körper die Chance zu geben, zu regenerieren. Sie können sich weiterhin vorstellen, dass dabei die Thermoregulation (Wärmeregulation) von gewaltiger Bedeutung ist, und natürlich, das hatte ich gerade schon angesprochen, die Reproduktion: Nachkommen schaffen. Es ist spannend zu sehen, dass auch ein neugeborenes Baby schon über diese vier genannte Basissysteme verfügt! Wenn man beispielsweise einem Baby, das gerade mal 10 Minuten auf der Welt ist, mit der Hand vor den Augen hin- und herwackelt, dann zieht das Baby schon den Kopf zurück. Dieses Verhalten ist also nicht etwas, das wir erst erlernen müssen, wir "können" es einfach. Die vier Basis-Überlebungs-Systeme sind vorprogrammiert.

Warum haben Zebras keine Magengeschwüre?

Um zu verstehen, wie wir Menschen diese Ursysteme abgefälscht haben und um zu verstehen, wie daraus Krankheit wird, sollten wir uns einen Augenblick lang mit der wichtigen Frage von Robert Sapolsky beschäftigen. Kein Unbekannter in der Welt der medizinischen Wissenschaft! Sapolsky hat im Jahre 2000 den Nobelpreis für Medizin bekommen und hat ein wahnsinnig interessantes Buch geschrieben, mit dem Titel "Warum haben Zebras keine Magengeschwüre?". Haben die denn keinen Stress? - Ja natürlich haben Zebras Stress! Es sind bei denen tatsächlich noch Löwen vorhanden und das ist echter Stress! Löwen, die diese Zebras zum Frühstück haben wollen. Andererseits finden Zebras manchmal über Tage keine Nahrung, weil die Landschaft, in der sie Leben, ausgetrocknet ist. Überlebensstress haben Zebras also absolut viel, mehr als wir. Zebras gehen aber mit diesem Stress komplett anders um als wir. Das Stress-Verhalten, das Zebras zeigen, wird vom ältesten Teil unseres Gehirns - vom so genannten Hirnstamm - gesteuert. Wir Menschen aber haben "leider" vor 300.000 Jahren ein Großhirn entwickelt. Und das gibt uns die Möglichkeit zu überlegen, zu denken. Ein Zebra wird nach gelungenem Überleben - es ist dem Löwen entkommen - sich mit Sicherheit nicht auf einen Stuhl setzen, die Hinterpfoten übereinander schlagen, und anfangen zu denken "Ei ei ei ei ei, das ist gerade noch einmal gut gegangen!" Aber genau das machen wir.

Unser Stress ist Großhirn-Stress. Leider Gottes aber, gibt uns unser Großhirn die Möglichkeit, aus einem kurzen Stress-Erlebnis einen Dauer-Stressor zu machen. Wir können am nächsten Tag aufwachen und denken "Na, das ist aber gestern gerade noch mal gut gegangen. Aber hoffentlich nicht …." Und wir fangen an, uns Sorgen zu machen. Genau aber dafür besitzen wir noch keine Lösungsprogramme, weil das Großhirn in der Evolution erst "jung" ist. Das große Problem ist also, dass die alten Überlebensprogramme mit ganz neuen Stressoren zu kämpfen haben. Früher war Stress einfach nur "Es gibt Gefahr". Ich habe das gerade geschildert. Heute ist Stress "meine Bewertung von Stress", wie gehe ich mit einem bestimmten Stressor um. Stressoren sind nicht für alle Menschen gleich. Ich merke das manchmal, wenn Patienten mir von ihren Stressoren erzählen, dann sitze ich manchmal da und denke "Nein… der Mann hat Sorgen. Also wenn ich so wenig Probleme hätte, wie der da…" Es kommt also auf meine Sichtweise, meine Bewertung des Stresses an. Mein Stress wird mein Stress durch meine freiwillige Entscheidung.

Ich möchte ein wirklich stattgefundenes Beispiel mit Ihnen besprechen: Dabei sehen Sie, wie die Stressreaktion (Adrenalin und Cortisol, siehe Abb.) verläuft. Und dieses Beispiel ist ganz ganz interessant, denn einige von Ihnen werden genau das heute Nachmittag machen. An der Universität Mannheim hat vor einigen Jahren ein deutscher Professor, Manfred Schedlowsky, mit einigen seiner Studenten einen Versuch durchgeführt. Er hat Ihnen angekündigt: "Ihr werdet in 14 Tagen einen Tandem-Sprung machen aus einem Flugzeug". Für manche: "Na ja…", für andere: "Hey, geil! Fantastisch! Wollte ich immer schon mal machen", und wieder für andere: "Nein, mach ich nicht". 48 Stundenten haben letztendlich einen Fallschirmsprung gemacht. Interessant ist, dass bei der Ankündigung des Sprunges nicht das Stresshormon Adrenalin in die Höhe geht, (Herzklopfen, etc.), sondern wir schütten erst das Regulationshormon Cortisol aus. Erst, wenn die Studenten in den Flieger steigen, steigt ebenfalls das Adrenalin. Und wenn es dann oben aus der Luke heraus geht, dann finden sie den höchsten Adrenalin-Ausstoß schlechthin. Das hat man kontinuierlich in der Blutbahn gemessen. Und nach einigen Minuten merkt man "Hey, das Ding trägt mich ja" und man fängt an zu genießen und herum zu schauen. In diesem Augenblich geht sofort der Adrenalinspiegel herunter, aber dafür steigt allmählich der Cortisol-Spiegel. Cortisol ist also der Regulator für Langzeit-Stress. Aber genau hier spielt uns unser Großhirn einen Streich!

Wir können denken und uns Sorgen machen, und damit den Cortisol-Spiegel ständig hochhalten. Was das aber für Ihr Immunsystem bedeutet - diese Abbildung haben einige von Ihnen im letzten Jahr auch schon gesehen - kann man messen, wenn man Personen mit sehr viel Cortisol vergleicht mit Menschen, die durch korrektes Regenerationsverhalten regenerative Hormonen produzieren. Die letztere Gruppe hat ein deutlich leistungsfähigeres Immunsystem! Diejenigen, die ständig unter Stress stehen, haben ein eindeutig schlechter funktionierendes Immunsystem. Aber ein schlecht funktionierendes Immunsystem bedeutet auf lange Sicht: Ich werde krank.

Eine ganz wichtige Rolle bei dieser Immun-Antwort spielen unsere Kuschel-Hormone, die Endorphine. Endorphine können, wenn sie regelmäßig produziert werden, das Immunsystem richtig stark machen. Wann produziert der Mensch Endorphine? Nun, das ist ganz einfach; erstens in Situationen, in denen wir "soziale Einbindung" wahrnehmen, das bedeutet zum Beispiel, ich streichele meinen Partner, oder ich belohne sozial. Spannend genug, auch Menschen, die regelmäßig beten, die sich also in einem vertrauengebenden System eingebettet wissen, werden weniger häufig krank, weil - so wurde gemessen - sie wesentlich mehr und häufiger Endorphine produzieren.

Endorphine helfen uns auch in schwierigen Situationen zu überleben. Zum Beispiel, wenn ich regelmäßig längere Strecken gehe oder laufe, erfahre ich die Endorphine als "Runner's High". Man kann nach diesen Endorphinen sogar süchtig werden, wie der Name "Endo-Morphine" schon deutlich macht: Endorphin-Sucht ist zum Beispiel auch der stetige Hang nach Süßem, oder Sexsucht. Lustig genug, auch Lachen gehört zu den besten Methoden, Endorphine zu produzieren. Was hat aber Lachen mit Überleben zutun? Was wir heute so machen (grinst), war früher eine Drohgebärde (fletscht die Zähne). Aus dem Zähne fletschen ist Grinsen geworden. Aber für meinen Körper ist Lachen immer noch die alte Drohgebärde. Denn wir passen uns nur sehr langsam neuen Umständen an. Wir wissen heute, dass sich unsere Gene anpassen mit - erschrecken Sie bitte nicht - nur einem halben Prozent pro Million Jahre. Also sind wir immer noch Menschen von vor Millionen von Jahren. Und jetzt verstehen Sie das zentrale Problem: Stress von heute, ich habe das gerade deutlich gemacht, trifft auf Stressbekämpfungsmethoden, die damals in der Tierwelt funktioniert haben. Dazu gehört Zähnefletschen als Einleitung eventuell zu einem Kampf auf Leben und Tod. Dabei kann es Verletzungen geben und die schmerzen.

Endorphine lindern Schmerz. Und deshalb ist Lachen so gesund!! Im Übrigen (ich hoffe, dass Sie das alle schon mal erlebt haben), auch das Weitergeben von Erbmaterial (deutlicher kann Überleben nicht sein!), wird beim Orgasmus mit sehr viel Wohlbefinden durch Endorphine eindeutig belohnt. Gehen wir nochmals einen Schritt zurück zum Anfang des Vortrages. Sie erinnern sich: Es geht um Gleichgewicht und Zerstörung des Gleichgewichtes. Ich sagte, dass dabei das Stressregulationssystem, gebildet aus der sogenannten HPA-Achse "Gehirn, Hirn-Anhang-Drüse, und Nebennieren", eine ganz ganz wichtige Rolle spielt. Diese HPA-Achse ist für die Produktion von Cortisol verantwortlich. Sie haben auch schon gehört, dass das Nervensystem durch das Produzieren von Adrenalin und Noradrenalin von großer Bedeutung ist. Weiterhin ist es für eine optimale Stressregulierung notwendig, dass unsere Körperzellen miteinander sprechen, die Gewebe miteinander in Verbindung stehen, ihre Organe voneinander wissen. Nur so sind sie in der Lage Gesundheit auch zu unterhalten. Das tun die Zellen, Geweben und Organsysteme, indem sie das Säure-Basen-Gleichgewicht des Körpers regulieren, indem sie die Thermo-Regulierung, den Wärmehaushalt auf optimale Bedingungen einstellen, indem mein Gehirn und mein Körper genug Energie bekommen, und indem zum Beispiel der Sauerstoff-Druck immer wieder reguliert wird.

Also dieses Stressregulierungssystem (Cortisol - Adrenalin - Zellinformation), sorgt sozusagen in Hinblick auf sämtliche Reaktionen auf allen Ebenen meines Körpers immer wieder für Gleichgewicht. Nun nahm man an, dass diese Aufgaben ausschließlich von meinem Hirn erledigt wurden. Das erscheint logisch, denn das H in HPA-Achse bedeutet Hypothalamus: Ein zentraler Teil der Gehirns also. Das P steht für Hirn-Anhang-Drüse, also ebenfalls Gehirn. Na gut, nur die Nebennieren (A steht für "adrenals" = Nebennieren) liegen etwas weiter unten im Körper. Aber es wurde nachgewiesen, dass die Haut bei der Stressregulierung genauso wichtig ist, wie das Gehirn.

Einige Informationen zur Haut: Die Haut ist unser größtes Organ schlechthin. Wir haben kein Organ, das so viel wiegt, wie unsere Haut. Ich kann und möchte hier nicht auf die vielfältige Aufgaben der Haut eingehen. Nur auf etwas neues, ja sensationelles: Die Haut produziert Hormone. Die Haut besitzt ein Immunsystem. Wir wussten schon lange, dass die Haut ein Ausscheidungsorgan ist. Dass sie der Sitz ist von Tastsinn und Druck und für die Ästhetik des Menschen verantwortlich ist. Schauen wir uns nun im Folgenden die Haut als hormonproduzierendes Organ mal etwas genauer an. Dann sehen wir, dass zum Beispiel Cortisol, Adrenalin, und weitere Hormone produziert werden, die allesamt mit der Stressregulierung zu tun haben. Und dabei funktioniert die Haut exakt so (wenn auch etwas weniger umfangreich) wie das Stress-Respons-System in unserem Gehirn. Es kann vollständig unabhängig von Gehirn arbeiten, ist aber in der Lage, die zentrale Stressantwort zu beeinflussen und zu steuern. Zwei Systeme, die durchaus miteinander kommunizieren, aber nur die Haut ist in der Lage, unabhängig zu funktionieren: Das Gehirn aber braucht die Haut! Die Steuereinheiten für dieses Stress-Respons-System sind die Haarsäckchen, die Haar-Follikel. Jetzt muss ich den Damen (und den Herren, die sich epilieren) unter uns etwas ganz ganz Wichtiges sagen. Wenn Sie der Meinung sind, dass es nicht schön ist, Haare an den Beinen oder sonst wo am Körper zu haben, dann sollten Sie diese bitte abrasieren, oder mit Wachs entfernen, so dass sie nur die Haare zerstören.

Wenn Sie aber elektrisch, oder mit Laser enthaaren, zerstören Sie diese Haar-Follikel und die um den Follikeln liegenden Immunzellen und das bedeutet, Sie beeinflussen damit wahrscheinlich Ihr wichtigstes Stress-Antwort-System. Also machen Sie das bitte nicht! Vor allen Dingen spielt die Körperbehaarung bei der Poduktion von Cortisol usw. eine ganz wichtige Rolle. Nicht so sehr das Haupthaar, denn Ihr Haupthaar macht von der Totalität der Körperbehaarung, ohnehin nur zwei bis fünf Prozent aus. Beine elektrisch oder mit Laser enthaaren ist also deutlich schädlicher für das Immunsystem, als sich eine Glatze zu rasieren.

Alle Zelltypen besitzen Hormonrezeptoren und sind selbst, das zeigt dieses kleine Pfeilchen, in der Lage, Hormone zu produzieren. Das Zusammenspiel dieser verschiedenen Zellen, sorgt für die Immun-Antwort unserer Haut. Nicht nur aber Cortisol und sämtliche Vorhormone werden produziert, auch Endorphine entstehen in der Haut! Eigentlich logisch, denn das wussten wir doch längst: Streicheln, eine leichte Massage, in einem warmen Bad liegen, Sonne auf die Haut bekommen, das waren doch immer schon Erfahrungen, die Wohlbefinden hervorgerufen haben. Und jetzt können wir dieses tatsächlich seit einigen Monaten wissenschaftlich erklären, weil es gelungen ist, dieses System in der Haut zu entdecken. Was machen diese Haar-Follikel-Zellen nun im Einzelnen in der Haut? Sie sorgen für Gefäßregulierung, die Durchblutung der Haut, sie sorgen für das Braunwerden, die Melaninbildung der Haut, aber sind auch verantwortlich für die Produktion vom Haar-Melanin. Haar-Melanin ist etwa ganz wichtiges. Geben Sie Acht: Es ist nicht das Melatonin, worüber wir mehrere Male gesprochen haben, das ist ein Schlafhormon. Melanin, das Haarpigment, ist eine der wichtigsten Substanzen, die uns helfen bei der Entgiftung, vor allem von toxischen Schwermetallen und von organisch-chemischen Verbindungen. Mit Hilfe von Melanin transportieren wir diese Toxine aus dem Körper heraus. Spannende Konsequenz davon: Farbloses Haar ist kein guter Entgifter.

Die Haut als Organ sorgt weiter dafür, dass die Hautzellen normal wachsen. Dass nicht zu viele produziert werden, aber auch nicht zu wenige. Es sorgt - und das besprechen wir gerade für die Abwehr- = Immunreaktion. Es entstehen Haare und Talg (Hautfett). All das hängt ab von einem normal funktionierenden Stress-Respons-System in der Haut. Was alles passieren könnte, wenn dieses Stress-Respons-System gestört ist, könnte schon ein eigener, langer Vortrag sein. Ich will daher nur auf einige Punkte eingehen. Ein bestimmter Umgebungsfaktor, zum Beispiel "ich habe es kalt", kann im Gehirn Angstreaktionen beim Menschen hervorrufen. Das ist möglicherweise nicht so bekannt, aber wissenschaftlich abgesichert. Diese Angst kann zu Infektionskrankheiten führen. Ein weiteres interessantes Beispiel: Erhöhter Druck auf die Haut wird mit depressiven Verstimmungen, ja sogar Depressionen in Verbindung gebracht.

Menschen also, die auf einer harten Schlafunterlage schlafen, sind deutlich eher depressiv, als Menschen, die weich gebettet sind. Interessant ist, dass "Druck auf der Haut" dann natürlich im Körper die Reaktion "Bewegung" hervorruft. Das wissen Sie längst. Derjenige, der auf einer harten Unterlage schläft, wird ständig in der Nacht seinen Körper bewegen, um eine bequemere Schlafposition zu finden, eine Position, die eine besser funktionierende Haut ermöglicht. Ziel des ständigen Umwälzens ist es vor allem die Durchblutung lokal zu verbessern. Aber ich möchte Ihnen auch ein positves Beispiel geben: Sonne auf der Haut ist für alle Menschen verbunden mit einem freudvollen Gefühl. Dieses freudvolle Gefühl verursacht Appetit. Draußen an der Sonne, an der Luft zu sein, verursacht Appetit. Auch diese Reaktion wird von der Haut gesteuert!

Wenn dieses Stress-Respons-System der Haut, durch welche Ursache auch immer, nicht optimal funktioniert,können noch zahlreiche andere Störungen oder Krankheiten entstehen. Ich habe nur nicht die Zeit, hierauf einzugehen. Deshalb auch hier nur einige, wissenschaftlich abgesicherte, Beispiele: Zunahme von Psoriasis, Zunahme von Atopischem Eczem. Wir wissen heute, dass die Weißfleck-Krankheit Vitiligo eindeutig mit einem falschen Schlafverhalten mit falschen Druckverhältnissen auf die Haut zu tun hat. Weiter - und das wissen Sie längst - falscher Auflagedruck auf die Haut kann Rötung der Haut, bis hin zu Dekubitus verursachen.

Ich habe mir die Mühe gemacht dazu paar Bilder aus zu suchen. Sie werden erschrecken. Weiter: Menschen, die schlecht gebettet sind, werden vorzeitiger weiß und beeinflussen dadurch ihre Fähigkeit, Giftstoffe auszuscheiden und belasten damit ihre Immunkapazität, (denn diese Menschen produzieren eindeutig weniger Melanin). Weiterhin ist abgesichert, dass ein falsches Stress-Respons-System der Haut zu mehr Auto-Immunkrankheiten, wie zum Beispiel rheumatischer Arthritis führen kann. Es kann ausserdem zum sogenannten "Kreisrundem Haarausfall" führen. Es können eine Reihe von Darmstörungen entstehen und, wie ich gerade schon einmal gesagt habe, Depressionen.

Fassen wir das Gesagte in einem Bild zusammen: Faktoren aus der Umwelt, wie Druck, oder positiv: Sonnenlicht, führen zu einer veränderten Hautreaktion, die zum Teil über das Blutsystem weitergegeben wird an das Gehirn, an alle sonstige Hormonproduzierende Organe, und dadurch an sämtliche weitere Körperorgane. Was mit der Haut passiert, passiert mit und in der Totalität von unserem Mensch-Sein. Sowohl im Hinblick auf Gesundheit, als auch im Hinblick auf Krankheit. Wie kann ich meiner Haut helfen, um optimal reagieren zu können? Erstens, indem ich für eine optimale Durchblutung der Haut vor allen Dingen während der Nacht sorge. Tagsüber ist die Haut normalerweise zwar mehr durchblutet als während der Nacht, weil tagsüber generell die Durchblutung sämtlicher Körperorgane intensiver ist. Da es aber keine Tätigkeit gibt, die so viel Zeit unseres Lebens in Anspruch nimmt, wie das Schlafen, ist es genau in der Nacht von überragender Bedeutung dafür zu sorgen, dass es zu einer optimalen Durchblutung, insbesondere der Haut, kommt. Die Nacht ist nun mal die Regenerationsphase schlechthin. Auch die Lymphe, eine Flüssigkeit, die größtenteils Abfallprodukte der Zellatmung enthält, muss gut abfließen können. Beides: Blutzufuhr und Lympheabtransport hängen also von optimalen Druckverhältnissen in der Haut ab.

Man könnte sagen, unter diesen Umständen wird Haut beinahe zu einem toten Organ. Nicht genügend Sauerstoff und nicht genügend Nährstoffe bedeuten aber, dass Zellen beginnen, abzusterben.

Dekubitus ist das Endstadium von diesem Zustand. Aber wussten Sie, dass jemand, der krank ist, der z.B. in einem Krankenhaus landet, nach zehn Tagen in der Haut bereits deutliche, wenn auch nicht nach außen sichtbare Symptome von Dekubitus zeigt? Zehn Tage! Wir reden nicht von Monaten oder Jahren, wie bei älteren, bettlägerigen Patienten. Wir reden von zehn Tagen! Etwas, das in Deutschland bei irgendeinem Krankenhaus-Aufenthalt millionenfach vorkommt! Dort treffen wir bereits in der Haut nekrotische, abgestorbene Zellen an. Schauen Sie mal auf diese schlimmen Fotos: Das ist Dekubitus im Endstadium. Wie lange braucht man, um so etwas zu erzielen? Nur einige Monate. Nicht Jahre! Das sind Aufnahmen, gemacht in Versorgungshäusern, wo ältere Menschen "gepflegt" werden.

Eine fehlerhafte Stress-Respons der Haut ist demnach einerseits Ursache von lokalen Störungen, wie Sie sie gerade gesehen haben (Dekubitus und so weiter), und andererseits von systemischen, auch mentalen Krankheitsbildern, wie Angst, innere Unruhe, sich übermäßig Sorgen machen, etc. Störungen des Immunsystems können zu Krankheiten führen, die in letzter Konsequenz die Ursache von vorzeitigem Ableben sein können!

Schlussfolgerung: schlechter Schlaf kann tödlich sein!

Lösung: Tassobetten!