Lebensqualität durch Entgiftung und Stressregulierung

Prof. Dr. Bram van Dam. Ein höchst interessanter Life-Beitrag aus der Schlafforschung zum Thema Stress und seinen Folgen, Schlafarchitektur, Umweltverschmutzung und Leberbelastung, Verbesserung der Lebensqualität mit Tassobetten und vieles mehr.

Ich möchte mit Ihnen über Stress und Stressregulierung reden und über die Rolle, die ein Tassobett dabei spielen kann. Ebenso möchte ich Ihnen neuere Erkenntnisse über die Schlafarchitektur vermitteln. Abschließend werde ich Sie auf die überragende Bedeutung eines Schlafplatzes ohne Giftbelastung hinweisen. Eine Schlafplatzvergiftung könnte die Ursache dafür sein, dass von 7 von 10 Patienten angeben, unter Schlafstörungen zu leiden! Aber zunächst machen wir uns einige Gedanken über einen häufig gebrauchten Begriff der Neuzeit: Stress! Jeder erlebt Stress, sagt andauernd er/sie sei gestresst und jeder weiß: Stress macht krank! Aber ist das wirklich so? Und wenn ja, wie funktioniert das? Richard S. Lazarus hat genau untersucht, wann eine Situation für uns wirklich Stress bedeutet:

Drei Aspekte sind dabei wichtig: 1. Es handelt sich immer um eine für mich neue Situation die 2. entweder bedrohlich ist für mich, oder nicht und mit der ich 3. entweder umgehen kann, oder nicht. Nur, wenn es eine neue Situation für mich gibt, die auch noch bedrohlich ist und ich außerdem nicht genau weiß, wie ich reagieren soll, fühle ich mich gestresst. Drei Damen (Margaret Kemeny, Tara Grünewald und Sally Dickerson) sind der Ansicht, dass vor allem in der heutigen Zeit und Gesellschaft die bedrohte soziale Situation eine Hauptursache für Stress ist.

Sie unterscheiden:

1. Unsere körperliche Unversehrtheit ist bedroht. Das kann der Fall sein, wenn uns Bakterien, Verletzungen oder Gifte (heutzutage seltener Löwen) in Gefahr bringen.

2. Mein sozialer Status ist bedroht. Das kann in vielerlei Formen auftreten. Ein Beispiel: Mein Handy hat keinen Empfang und ich stehe im Stau! Zum Beispiel als Verkäufer oder Berater wäre somit mein sozialer Status bedroht. Ich stehe im Stau und werde nervös. Am liebsten würde ich einen Hubschrauber bestellen um zum Kunden fliegen zu können. Aber das kann ich nicht, also beginnt es in mir zu kochen!

 Das ist diese zweite Art von Stress, die es früher nicht gegeben hat. Bewusst nachdenken über Stress ist neu, denn unser Großhirn existiert erst seit etwa 200.000 Jahren. Das Großhirn ist die letzte Errungenschaft einer Evolution, die auf dieser Erde schon seit über 3 ½ Milliarden Jahren andauert. Mit dieser neuen Art, mit dem sozialen Stress müssen wir umgehen lernen. Wir wissen, dass der soziale Status beim Überleben und bei der Fortpflanzung wichtig ist. Diejenigen, die einen gewissen sozialen Status haben (das dicke Auto, die gesellschaftliche Position oder der große Penis - daher stammt übrigens das Wort “Statussymbol”) - die gewinnen bei der Fortpflanzung.

Das ist in der Tierwelt ebenso. Beim Betrachten der Tierwelt sehen wir aber auch, dass ein Tier stirbt, wenn es seinen sozialen Status verliert. Davon können wir möglicherweise etwas lernen.

 

Werden wir eventuell krank, wenn der soziale Status bedroht ist?

Schauen wir uns das mal näher an. Wenn unser Körper in Gefahr gerät, verursacht das ANGST. Das Nervensystem wird aktiviert, es wird Adrenalin ausgeschüttet. Das Herz schlägt schneller, wir fangen an zu schwitzen und können nicht gut einschlafen. Die Antwort damals war "Fliehen oder Kämpfen". Heute ist das allerdings kaum noch eine adäquate Reaktion!

Die zweite Art der Bedrohung ist, wenn unser Sozialer Status bedroht ist. Das verursacht eine ganz andere Art von Basis- Gefühl, nämlich SCHAM. Scham löst die Produktion von Cortisol aus, einem der wichtigsten Stresshormone. Hier ist die korrekte Lösung des Problems, zu versuchen den sozialen Status zu halten oder zurückzuerlangen.

Wie kann man sozialen Stress testen?
Sozialen Stress kann man messen und zwar mit dem "Trier Social Stress Test", der von Kirschbaum entwickelt wurde. Dieser Test ist für viele Leute absolut bedrohlich: Jemand wird vor zwei vermeintlichen Experten gebeten, zwei Minuten lang etwas über sich selbst zu erzählen. Zusätzlich zu den zwei Experten steht auch noch eine Kamera vor dem Probanden, also eine weitere Ebene der "Bedrohung".

Wie reagieren Menschen?
Die ersten zwanzig Sekunden sind kein Problem, da kann jeder ein bisschen über sich erzählen. Aber nach diesen 20 Sekunden fängt das Stocken an. "Äh… ja, was soll ich denn jetzt noch sagen?" Die zwei Experten sitzen einfach nur da und gucken mich an, die Kamera läuft und dann passiert es in mir: Das Herz beginnt zu rasen, Schweiß tritt aus allen Poren usw. So wird Stress getestet. Die biologische Stressantwort startet damit, dass in unserem Gehirn ein Hormon produziert wird, das “Cortisol Releasing Hormon” (CRH). Das sorgt dafür, dass in der Hirnanhangdrüse ACTH und danach in der Nebennierenrinde Cortisol produziert wird. Gleichzeitig wird im Nebennierenmark Adrenalin freigesetzt. Wer nicht weiß, wie Adrenalin funktioniert, der soll mal bei Rot durch eine Straßenkreuzung fahren. Wenn dann von rechts ein Auto auf ihn zugerast kommt, dann nehmen wir alle Reaktionen wahr, die mit Adrenalin verbunden sind. Und etwas später wird dann auch Cortisol produziert. Cortisol ist unser wichtigstes Überlebenshormon.

 

Beim Betrachten von Stress sind zwei Aspekte wichtig: Wie lange dauert der Stress? Wie verläuft der Stress?

Es gibt Stressoren, die zeitlich sehr begrenzt sind, z.B. fahre ich bei Grün über die Kreuzung und es kommt trotzdem von rechts ein Auto. Oder ich habe Hunger und finde nichts zu essen im Haus. Aber es sind Stressoren, die rasch vorbei gehen, denn ich weiß beispielsweise, dass es irgendwo einen Laden gibt, in dem ich etwas kaufen kann. Trotzdem kann der knurrende Magen für einen Augenblick Stress sein. Typischer ist das eigentlich bei Durst. Ich habe Durst und finde auf die Schnelle nichts adäquates zu Trinken. Diese Art von Reaktionen sorgen dafür, dass die Stresshormone kurz ansteigen und uns sogar schützen gegen den Stress, aber dieser Zustand verschwindet ganz schnell wieder. Eine andere Gruppe von Stressoren ist viel bedrohlicher. Zunächst gibt es eine lange Reihe von Stressoren: Beispielsweise der Chef, der jeden Morgen auf der Matte steht und herummeckert, dass sie zu spät gekommen sind. Tag ein, Tag aus, Tag ein, Tag aus. (Es gibt einen Witz, da kommt der Chef zu seinem Mitarbeiter und sagt zu ihm: "Sie sind diese Woche schon zum vierten Mal zu spät gekommen, was meinen Sie dazu?" Der Mitarbeiter überlegt kurz und sagt: "Ja, dann muss es Donnerstag sein!") Chronische Stressoren, beispielsweise Schlafmangel über viele Jahre, oder Stress auf Abstand, also Stress gegen den man vermeintlich nichts machen kann (z.B. wie schaffen wir es in Deutschland, Bush abzuservieren??). Wir merken, dass sich die ganze Welt so verändert, dass Terrorismus evtl. auch hier in Deutschland eine Bedrohung werden kann, aber wir glauben nicht die Möglichkeit zu haben, zu reagieren. Hilflosigkeit ist das, was uns am meisten bedroht. Was passiert dann in Körper? Es gibt eine dauerhafte Stresshormon-Produktion, wobei wichtig ist, wie lange Stressoren andauern und welche Art von Stressor uns plagt. Während die zuvor besprochene Gruppe von Stressoren (wie Durstgefühl, z.B.) akute Stressoren sind, nennen wir die zweite Gruppe chronisch. Macht der chronische Stress, den wir nicht händeln können vielleicht die Menschen krank? Wir werden uns etwas später einige Beispiele anschauen. Für die Hormone Cortisol und Adrenalin ist der nachfolgende Verlauf normal: Morgens produzieren wir viel Cortisol, sonst würden wir unsere Augen nicht aufbekommen. Würde Cortisol nicht dafür sorgen, dass die Energiereserven, die wir alle in (meistens) übergroßen Mengen besitzen, aktiviert werden, würden wir den Tag nicht energiereich beginnen können. Im Laufe des Tages sollte immer weniger Cortisol produziert werden. Kurz bevor wir aufstehen, haben wir also den absoluten Cortisol- Gipfel. Wie sieht das aber aus, bei Menschen mit einer gestörten Stressantwort? 8 Zeit (min) 0 20 40 60 80 100 0 10 20 30 40 50 60 70 80 STRESS ACTH Noradrenaline & Adrenaline Cortisol Die biologische Stress Antwort 9 Dauerhafte Stresshormonproduktion TYPUS des Stressors ist wichtig DAUER des Stressors ist wichtig Die Stresshormone steigen kurz an und schützen gegen den Stress Zwei Aspekte sind wichtig: Dauer und Verlauf 1. Akute zeitlich beschränkte Stressoren 2. Kurze natürliche Stressoren 3. Eine lange Reihe von Stressoren 4. Chronische Stressoren 5. Stress auf Abstand (wir können damit nicht umgehen) Macht das Menschen krank? AKUT CHRONISCH 10 Die normale Aktivität der HPA-Achse Minuten nach Aufwachen 0 15 30 45 60 Cortisol im Speichel (nmol/l) 0 5 10 15 20 25 30 35 Zeit (Stunden) 11 13 15 17 19 21 CAR Abnahme des Tages Was verändert bei chronischem Stress? Minuten nach 11 Aufwachen 0 15 30 45 60 Cortisol im Speichel (nmol/l) 0 5 10 15 20 25 30 35 Zeit (Stunden) 11 13 15 17 19 21 Chronischer Stress – Veränderungen der HPA-Achse Hängt vom Stress-TYPUS ab 3. Reihe von Stressoren 4. Chronischer Stress 5. Stress “auf Abstand” Bedrohung “körperliches Leben”: z.B. Krieg oder sex. Missbrauch Flacher Rhythmus 7 Labor Stress Test: TSST Trier Social Stress Test (TSST; Kirschbaum et al., 1993) 5 Jetzt folgen zwei verschiedene Situationen. Erstens: Mein körperliches Leben ist bedroht, z.B. es herrscht Krieg. Dazu zählt auch Krieg auf Abstand, in den ich nicht eingreifen kann. Hierzu zählen auch Kinder, die sexuell missbraucht werden, sie sind ebenfalls körperlich bedroht. Hier sieht die Produktion von Cortisol komplett unterschiedlich aus. Cortisol nimmt hier im Laufe des Tages nicht ab, es steigt kurz vor dem Einschlafen sogar noch einmal an, weil der ganze Tag ein einziger Dauerstress war. Die Folge davon ist unter anderem eine Schlafstörung. Man kann nicht mehr ein- oder durchschlafen. Eine andere Situation: Wir haben gesehen, dass der Stresstypus eine entscheidende Rolle spielt. Bei Arbeitslosigkeit (sozialer Stress) zum Beispiel sehen wir, dass das Cortisol 24 Stunden lang ständig erhöht ist. Aber Cortisol ist das Hormon, das Energie freisetzt. Wenn es den ganzen Tag in Übermass produziert wird, erschöpfen sich irgendwann die Energiereserven. Deshalb können Menschen, die sehr gestresst sind, sehr viel Körpergewicht verlieren. Irgendwann erschöpft sich als Schutzreaktion die Produktion von Cortisol in den Nebennieren - genauso wie bei Diabetes wenn es um Insulin geht: "Pass auf, lieber Mensch. ich mach das nicht mehr mit, Du machst dich total kaputt mit deinem Stress, ich höre mit der Produktion von Cortisol (oder Insulin) auf!". Was wir dann haben, nennt man einen “Burnout”. Wenn der Mensch gar nicht mehr belastbar ist, sondern ausgebrannt ist (das ist die Bedeutung des Wortes "Burnout"), ist das die Folge der Tatsache, dass dauerhafter Stress die Nebennieren so geschädigt hat, dass kein Cortisol mehr produziert wird. Abhängig ist die Cortisolproduktion auch von der Dauer des Stresses, je länger Stress andauert, je mehr sich die Nebenniere erschöpft, desto weniger Cortisol wird auf Dauer produziert. Ein anderes Krankheitsbild, das immer mehr Zeitgenossen überfällt, zeigt unter anderem das Symptom “chronische Müdigkeit”. Heutzutage ist chronische Müdigkeit zunehmend ein Aspekt von Krankheitsbildern. Zu den nachhaltigsten Stressoren, von denen wir häufig meinen, sie nicht beeinflussen zu können, zählen Schlafmangel und Auswirkungen von Giftstoffen in unserer Umwelt. Über diese beiden Theman müssen wir nach dieser Einleitung über Stress kurz nachdenken. Betrachten wir nochmals das zentrale Thema "Schlaf"; und hier vor allem das, was wir "Schlafarchitektur" nennen. Die erste, wichtige Aussage zum Thema Schlaf ist: Schlaf spielt sich im Gehirn ab. Wenn wir schlafen ist unser Körper natürlich auch in Ruhe, aber Schlaf spielt sich tatsächlich nur im Gehirn ab. Wenn wir wach sind, werden aus tiefergelegenen Gebieten unseres Gehirns, wie z.B. aus dem Thalamus, dem Hypothalamus oder vom Hirnstamm aus, Impulse an die bewussten Teile unseres Gehirns (Großhirnrinde) weitergeleitet: Somit nehmen wir bewusst war! Die Großhirnrinde ist nämlich der Sitz unserer bewussten Wahrnehmung. Man hat früher gedacht, dass das komplette Gehirn stillgelegt ist, wenn wir schlafen, dass auch das Stammhirn (hier spielen sich die vegetativen Funktionen meines Körpers ab) beinahe komplette Ruhe hat. Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Körpertemperatur im Schlaf ein bischen heruntergeht, und man bezeichnete Schlaf lange Zeit als "passives Erholen". Heute jedoch wissen wir: Das ist vollkommen falsch! Unser Gehirn ist nachts sogar aktiver als tagsüber. Wir nehmen es nur nicht wahr. Früher haben wir gedacht, dass man nur hin und wieder intensivere Phasen von Hirnaktivität hat, in so genannten REMPhasen (Rapid Eye Movement). In diesen Phasen gehen die Augen bei geschlossenen Lidern hin und her, der Körper zuckt sogar manchmal. Wissenschaftler waren damals der Meinung, dass diese REM-Phasen die einzigen Phasen sind in denen wir träumen. Diese Auffassung mußte modifiziert werden! Wir träumen vom ersten bis zum letzten Augenblick, in dem wir schlafen. Warum haben wir das erst heute entdeckt? Ganz simpel, weil sich lange Zeit nie jemand die Frage gestellt hat, was eigentlich in den übrigen, nicht-REM-Phasen passiert. Heute, mit Hilfe von Schlaflabors, sind wir in der Lage mit Ableitungen (wir nennen das ein Elektro-Enzephalogramm, EEG) genau die Wellen der Hirntätigkeit zu registrieren, und dabei wurde festgestellt, dass das Ausmaß der Hirnaktivität nachts höher ist als tagsübr und die ganze Nacht hindurch anhält. Und jetzt kommt eine Überraschung: Mindestens 40 - 80 Mal pro Nacht "tauchen" Menschen bis an die Grenze des Wachwerdens auf! Wir können uns am nächsten Morgen nicht erinnern, dass wir wach geworden sind, denn diese Auftauchphasen sind zu kurz; sie dauern nur 1-3 Sekunden. Minutes after 13 Awakening 0 15 30 45 60 Cortisol im Speichel (nmol/l) 0 5 10 15 20 25 30 35 Time (hours) 11 13 15 17 19 21 Chronischer Stress – Veränderungen der HPA-Achse Abhängig von der DAUER des Stresses 3. Reihe von Stressoren 4. Chronischer Stress 5. Stress “auf Abstand” Je länger die DAUER Desto niedriger das Cortisol 14 Zu den nachhaltigsten Stressoren zählen SCHLAFMANGEL und AUSWIRKUNGEN VON GIFTSTOFFEN 15 WAS WERDEN WIR BESPRECHEN? •Stress und seine Folgen •Schlafarchitektur •Umweltverschmutzung und Leberbelastung •Verbesserung der Lebensqualität mit TASSOBETTEN 17 18 Minuten nach 12 Aufwachen 0 15 30 45 60 Cortisol im Speichel (nmol/l) 0 5 10 15 20 25 30 35 Zeit (Stunden) 11 13 15 17 19 21 Chronischer Stress – Veränderungen der HPA-Achse Hängt vom Stress-TYPUS ab 3. Reihe von Stressoren 4. Chronischer Stress 5. Stress “auf Abstand” “Sozialstatus” bedroht z.B. Arbeitslosigkeit Cortisol erhöht 6 Für Tiere ist das natürlich absolut sinnvoll, denn sie leben nicht in geschützten Häusern, sondern in der freien Wildbahn. Schlaf ist eine absolut hilflose Phase, denn, wie wir gesehen haben, nimmt man von außen nichts mehr wahr. Ein Tier muss also hin und wieder auftauchen, um wahrzunehmen, ob noch alles in seiner Umgebung in Ordnung ist. Das ist auch der Grund dafür, warum Frauen, nachdem sie ein Kind bekommen haben, jedes kleinste Piepsen ihres Babys hören und davon wach werden, weil sie fortwährend aus ihrem Tiefschlaf auftauchen um festzustellen, ob es ihrem Kind gut geht. Der Mann hingegen schläft ruhig und merkt das überhaupt nicht. Das Gehirn einer Frau reagiert (nicht nur) in dieser Hinsicht anders, als das eines Mannes. In diesen Auftauchphasen nehmen wir also wahr: Ist mein Körper bedroht oder nicht? Dieses Phänomen erklärt auch, dass wir uns, wenn wir auf einer harten Unterlage "betten", anfangen zu drehen, weil wir in einer solchen Auftauchphase feststellen, dass z.B. unser rechter Arm eingeschlafen ist. Die Sauerstoffversorgung im rechten Arm reicht nicht aus, und als Folge davon, verändert der Schläfer die Lage so, dass der rechte Arm wieder mir Sauerstoff versorgt wird. Je mehr sich nun eine solche Auftauchphase verlängert, desto einfacher kann es irgendwann eine Schlafstörung werden. Wir werden wach und sind nicht mehr in der Lage erneut einzuschlafen. Es macht natürlich Sinn, dafür zu sorgen, dass die Auftauchphasen tatsächlich nur 1-3 Sekunden dauern. Das ist am ehesten gewährleistet, wenn nichts Ungewohntes (wie Sauerstoffmangel) in meinem Körper stattfindet, sodass ich meine Körperlage nicht zu verändern brauche. Je ruhiger ich tief schlafen kann, umso mehr wird Sinn und Zweck des Schlafs, nämlich Regeneration, erfüllt. Im Schlaf ist die Aktivität in den tiefergelegenen Teilen unseres Gehirns viel höher als tagsüber, in der Großhirnrinde hingegen schlafen wir. Das kommt mit Hilfe eines Hormons zustande, das ORX heißt. Links: ORX wirkt ein auf die tiefergelegenen Kerne des Gehrins, dann bin ich wach, rechts sorgt ORX dafür, dass die tiefergelegenen Kerne, wie die Raphne-Kerne, ausgeschaltet werden: Dann schlafe ich. ORX ist ein ganz wichtiges Hormon. Das wissen wir allerdings auch erst seit einiger Zeit. ORX wird im Hypothalamus gebildet und ist für das Wachsein, für Hunger, für die Erhöhung der Körpertemperatur tagsüber und für Aufmerksamkeit verantwortlich. Patienten mit Anorexie haben keinen Appetit und werden deshalb immer magerer. Wir nennen diese Krankheit Magersucht. Magersucht heißt auf Latein "Anorexia nervosa" und hat, wie der Name zeigt, alles mit dem Hormon Orexin zu tun. Leptin, das Satthormon, das gut gefüllte Fettzellen produzieren, hemmt die Produktion von Orexin. Habe ich also abends gut gegessen, schlafe ich gut ein. Das habt ihr alle schon einmal festgestellt. Leptin hemmt Orexin. Bei Patienten, die an der Schlafkrankheit Narkolepsie leiden, also tagsüber ständig einschlafen, ist das Bildungszentrum von Orexin gestört. Orexin ist ein ganz wichtiges Hormon, wenn es um den Wach- Schlaf-Rhythmus geht. Aber gleichzeitig ist es das Hormon, das dafür verantwortlich ist, dass Menschen, die in der Nacht über längere zeit aufwachen, nächtliche Fressattacken bekommen. Schlafqualität bedeutet weniger Orexin in der Nacht, bedeutet Abschalten vom Bewusstsein, bedeutet: Ich leide nicht an Fressattacken. Aber dann muss ich dafür sorgen, dass mein Körper nicht ständig gezwungen wird, Aktivität zu entwickeln, weil wichtige Körperteile von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten werden. Das ist eindeutig ein Argument für die Verbesserung der Schlafqualität durch Tassobetten. Wie schlafen Menschen eigentlich ein? Das einzige, das früher bekannt war, war dass die Steigerung der Melatoninproduktion dafür sorgt, dass wir einschlafen. Heute wissen wir, dass Melatonin nur für einen Teil des (Ein-)Schlafprozesses verantwortlich ist. Allerdings für einen ganz wichtigen Teil. Das sehen wir bei Menschen, die abends zu viel Alkohol trinken. Sie produzieren nicht genügend Melatonin, werden mitten in der Nacht wach und können nicht wieder einschlafen, weil nicht genug Melatonin vorhanden ist. Aber das Orexin ist mindestens genauso wichtig. Geht man gesättigt ins Bett, schläft man besser. Genau das macht man im Mittelmeerraum ständig. Wir hier haben die Unsitte, gegen 18 Uhr oder noch früher, zu Abend zu essen und bleiben dann noch viele Stunden wach, sodass wir spät abends nochmals einen großen Appetitanfall bekommen (der dann meistens mit Hilfe von Nüssen oder anderen gesundheitlich unsinnigen Sachen gedeckt wird). Wir müssen aber spätabends snacken, denn wir können nicht einschlafen ohne gesättigt zu sein. Warum gewöhnen wir uns dann nicht gleich einen Ess-Rhythmus an, wie ihn z.B. die Spanier haben: Abends um 20 oder 21 Uhr essen, danach Sex haben und dann schlafen? Wichtig ist, dass dieser Orexin-Kippschalter funktioniert. Wir müssen die Orexin- Produktion senken, damit der Kippschalter umgelegt wird und wir einschlafen können. Anders gesagt: Mit einem hungrigen Magen kann man nicht einschlafen. Zum Tiefschlaf kann es aber auch erst dann kommen, wenn die Körperwärme umverteilt wird. Tagsüber ist unser Körperkern warm, Arme und Beine, also die Körperperipherie eher kühl. Aber nachts muss der Kern relativ kühl sein und die Peripherie muss warm werden. Das bedeutet, je schneller ich es schaffe, die Peripherie zu erwärmen, umso besser und schneller schlafe ich ein. Dazu gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Untersuchungen. 20 WIE SCHLAFEN WIR EIGENTLICH EIN? 1. Steigerung der Melatoninproduktion 2. Steigerung der Leptinproduktion 3. Abnahme Orexin 4. Kippschalter 5. Veränderung der Körperwärmeverteilung: • Tagsüber: Kern warm – Peripherie kühler • Nachts: Kern kühler – Peripherie wärmer • Einschlafqualität hängt ab von der Geschwindigkeit der Wärme-Umverteilung Die gewärmten TASSOBETTEN helfen, diese Umverteilung schneller vorzunehmen und verbessern so die Einschlafqualität! 21 Melatonin 19 OREXIN •Ist ein Hormon, das im Hypothalamus gebildet wird •Verantwortlich für Wachsein, Erhöhung der Körpertemperatur, Aufmerksamkeit, Appetit, Gewichtsverlust •Leptin (das Satthormon der Fettzellen) hemmt die Produktion •Bei Patienten, die an der Schlafkrankheit Narkolepsie leiden, ist das Bildungszentrum von Orexin gestört •Es ist verantwortlich für die “Fressattacken” in der Nacht 7 Ohne diese Umverteilung der Körperwärme, kann der Mensch nicht einschlafen. Hier liefert erneut das Tassobett Vorteile, weil es vorgewärmt ist. Dieses Schlafsystem hilft, die Wärmeumverteilung schneller stattfinden zu lassen, so dass eine kürzere Einschlafphase besteht und man schneller in die Tiefschlaf- und Regenerationsphase kommt. "Müde-Werden" und "Schlafen-Wollen" sind das Ergebnis von zwei verschiedenen Prozessen. Zum einen werde ich durch das, was ich den ganzen Tag tue, immer müder und die "Schlafbedarfskurve" steigt. Der Mensch macht den ganzen Tag über seine Arbeit und ist abends müde. Dann darf er einschlafen. Aber es gehört ein zweiter Prozess dazu, der von den genannten Hormonen abhängt, also von Leptin, Orexin und Melatonin.

Melatoninproduktion und Orexinabnahme findet normalerweise statt während wir schlafen, nämlich zwischen 23 und 7 Uhr. Nur dort, wo der Gipfel schwarz eingezeichnet ist, also am höchsten Punkt der Kurve, schlafen wir optimal ein. Wenn wir also müde werden, weil der Tag vorbei ist, aber die im Tagesrhythmus festgelegte Hormonproduktion statt noch nicht stattfindet, z.B. beim Jetlag, haben wir dann auch Probleme mit dem Einschlafen. Jetlag bedeutet, dass die beiden Kurven nicht zusammen fallen. Ich bin zwar totmüde, aber meine Hormone erlauben mir nicht, einzuschlafen. Auch da ist es wichtig, eine gute Mahlzeit zu sich zu nehmen, kurz vor dem Zeitpunkt, an dem man einschlafen möchte. Interessant ist es, sich genauer anzuschauen, wie die Kurve der Tagesmüdigkeit eigentlich genau verläuft. Dazu hat man eine Untersuchung gemacht. Eine Anzahl von Testteilnehmern durfte abwechselnd 7 Minuten schlafen und musste danach 13 Minuten wach bleiben. Nicht gerade sehr erholsam! Ziel dieser Untersuchung war zu überprüfen, ob Menschen es irgendwann nicht mehr schaffen, diese 13 Minuten lang wach zu bleiben. Hierbei kam heraus, dass die Probanden gegen 14 - 15 Uhr ein deutlich stärkeres Schlafbedürfnis hatten. Warum dann nicht mal ein Nickerchen einlegen, eine kleine Siesta? Es ist durch Untersuchungen belegt worden, dass ein Nickerchen am Nachmittag keine Einschlafstörungen in der Nacht verursacht, sondern ihnen sogar vorbeugt. Es ist also natürlich, sich nachmittags 20 Minuten hinzulegen (nicht mehr, sonst kommen wir in die Tiefschlafphasen hinein) und kurz die Augen zu schließen. Bei den ersten Malen sollte man sich vielleicht einen Wecker stellen. Nach einer Weile wacht man dann auch schon automatisch nach 20 Minuten wieder auf. Das ist das Schlafprofil eines jungen Menschen, die oberen schwarzen Blöcke sind die REM-Phasen. Darunter ist das Schlafprofil eines älteren Menschen, das komplett anders aus sieht. Im Laufe des Lebens findet also eine Veränderung des Schlafprofils statt. Warum das so ist möchte ich jetzt nicht im Detail erläutern, das ist vielleicht interessant bei einem anderen Vortrag. Ältere Menschen leiden eher an Schlafstörungen, als junge Menschen, das ist eine Tatsache. Ältere Menschen haben einen nicht so regenerierenden Schlaf, wie jüngere Menschen. Das ist eine Ursache dafür, dass degenerative Krankheiten bei älteren Menschen zunehmen und der Alterungsprozess überhaupt voranschreitet. Wir altern, wenn wir die nächtlichen, regenerativen Hormone nicht mehr ausreichend produzieren. Wenn wir diese beiden Schlafprofile miteinander vergleichen, dann sehen wir, dass die Blöcke, in denen Wachstumshormon und Testosteron produziert werden, also die Tiefschlafphasen, bei älteren Menschen kaum mehr vorkommen. Sie gelangen pro Nacht meistens nur einmal in T3 hinein, T4 erreichen sie oft gar nicht mehr. Man kann das Fehlen vom Wachstumshormon bei diesen älteren Menschen auch messen. Je mehr das Wachstumshormon abnimmt, desto mehr altert man! Frauen nehmen das Altern noch dramatischer wahr, weil bei ihnen die Abnahme des Wachstumshormons schroffer geschieht, als bei Männern, und zwar kurz nach der Menopause. Beim Mann verläuft die Abnahme wie ein Kontinuum, bei der Frau hingegen nimmt das Wachstumshormon zunächst ebenfalls kontinuierlich ab, dann kommt die Menopause. In den beiden Jahren nach Beginn der Menopause nimmt das Wachstumshormon sprungartig ab, um danach erneut kontnuierlich geringer produziert zu werden. Das bedeutet z.B., dass bei Frauen durch die Menopause die Haut noch schlaffer wird, an Elastizität verliert, dass Falten entstehen, die Haare dünner werden und zum Teil ausfallen, die Muskelkraft abnimmt usw. Das sind alles Symptome, die mir den "Nachthormonen" zu tun haben. Wir sehen, dass der Mensch weniger gut regeneriert, wenn er älter wird. Heute gehen Wissenschaftler davon aus, dass das die letztendliche Ursache des Alterns ist. Nun werden wir mit einem Tassobett nicht ewig leben, aber wir können den Alterungsvorgang ganz eindeutig verlangsamen, weil wir mit dem Schlafsystem "TASSOBETT" langandauernder in diesen hormonell wichtigen Tiefschlaf (= Überlebens-)Phasen verbleiben. Schlaf ist Überleben! Schlaf ist Anti- Aging! Aber es kommt auf die Schlafqualität an. Das hier sind die berühmten Elektrowellen, mit denen wir das alles feststellen können. Oben sind die Betawellen, bei denen wir wach sind. Dieser Alphazustand ist die Phase von Tagträumen, vor sich hin sinnieren, meditieren, die Übergangsphase zum Tiefschlaf. Tiefschlaf wird in so genannten Thetawellen dargestellt. Diese zeigen langsame Auf- und Abbewegungen von Gehirnaktivität. Man sieht eine geringere Hirnaktivität als bei den Alpha- oder Betawellen. Unser Gehirn arbeitet ruhig aber 22 Ein Nickerchen hilft !! 25 Die langsame Schaukelbewegungen eines TASSOBETTES (vor allem des “Freeflow”) förden die Bildung von erholsamen Deltawellen und damit die Schlafqualität Effekt: IN SCHLAF WIEGEN 23 24 8 stetig. Hin und wieder kommen Phasen erhöhter Aktivität vor, wir nen sie K-Komplexe oder Schlafspindel, aber es ist für den Tiefschlaf wichtig, dass wir in Bereich der Theta- und Deltawellenbewegung bleiben. Anders gesagt: Tiefschlaf ist Thetaund Deltawellenbewegung. Was macht eine Mutter, wenn ihr neugeborenes Baby nicht einschlafen kann? Sie nimmt es in den Arm und wiegt es in den Schlaf. Langsame Schaukelbewegungen, vor allen Dingen auf einem Freeflow-Wasserbett, entsprechen genau der Intensität von Thetawellen. Ein Freeflow sorgt für Bildung von mehr Thetawellen, deswegen bin ich auch ein Fan von Freeflow. Das erhöht die Schlafqualität und die Produktion von Hormonen, die eine Anti-Agingund Anti-Degenerations-Funktion haben. Eines der wichtigsten Argumente für den Verkauf von einem Tasso-Wasserbett ist dann auch, dass mein Bett mich in den Schlaf wiegt. Und durch jede kleine Bewegung während des Schlafes erhält mein bett meine Schlaftiefe. Es gibt unterschiedliche Schlaftypen. Schlaftypus Lerche (links) und Schlaftypus Eule. Woher weiß ich, ob ich eine "Lerche" oder eine "Eule" bin? Was gibt es für Möglichkeiten? Bin ich immer "Lerche", wenn ich "Lerche" bin? Nein, das ist nicht so. In diesem Bild haben wir die Kurve des Lebens eines Mannes und die des Lebens einer Frau dargestellt. Männer sind Extremschläfer. Sie sind in ihrer Jugend viel mehr "Lerche" und mit etwa 20-30 Jahre viel mehr "Eule" als Frauen. Irgendwann wenn wir älter werden, nähern sich die beiden Kurven an, aber immer mit der Tendenz, dass Männer eher abends sehr aktiv sind und Frauen eher morgens. Das hatte früher in der Evolution etwas mit der Aufgabenverteilung zu tun. Betrachten wir, was passiert beim Phänomen "Sozialer Jetlag" mit unseren Lerchen oder Eulen. Sozialer Jetlag ist nicht: "ab in den Flieger nach Australien", sondern das, was jemand wahrnimmt, der vom Schlafverhalten her eine Eule ist, aber Kinder hat, die morgens um 8 Uhr in der Schule sein müssen. Was macht er/sie? Die Kinder erst um 11 Uhr in die Schule schicken, geht natürlich nicht. Jemand, der Eule ist, hat Probleme damit, morgens um 8:30 Uhr auf der Arbeit zu sein. Jemand der Eule ist, verursacht morgens auf der Fahrt zur Arbeit bei schlechtem Wetter mehr Unfälle, als jemand, der Lerche ist. Sozialer Jetlag ist also ein ganz wichtiges Phänomen. Um herauszufinden, zu welchem Schlaftypus man zählt, sollte man mal einige Tage nacheinander frei einschlafen und frei aufwachen, d.h. ohne Zwänge von Uhren oder Wecker. So kann man bestimmen, wann die so genannte Schlafmitte ist. Das ist der Zeitpunkt, an dem vorher und nachher gleich viel Schlaf stattgefunden hat. Man stellt bei diesem Test regelmäßig fest, dass die meisten Menschen von 0 Uhr nachts bis 8 Uhr morgens schlafen würden. Solche Untersuchungen finden in Schlaflaborsstatt. Die Testpersonen besitzen bei dieser Untersuchung keine Uhren, Fernsehen, Radios, noch haben sie festgelegte Zeiten für Mahlzeiten. Sie leben, ohne zu wissen, "was die Uhr geschlagen hat". Die Abbildung zeigt die Schlafverteilung von solchen Testpersonen. Sozialer Jetlag ist nun die Abweichung von diesen "idealen" Schlafzeiten, dargestellt als Schlafmangel pro Tag. Beinahe jede zweite Person erleidet täglich einen Schlafmangel von einer halben Stunde, ca. 10% sogar von mehr als einer Stunde! Dabei werden Eulen eher sozialer Jetlag früh am Morgen erleiden, Lerchen leiden unter Schlafmangel, wenn es abendliche Verpflichtungen gibt. Was können Eulen, bzw. Lerchen unternehmen, um ihre Schlafprofile so zu gestalten, dass weniger sozialer Jetlag die Folge ist? Möglichkeiten für Eulen: • Rollläden auflassen • Frühmorgens ans Licht • Sport am Morgen • Sonnenbrille nachmittasg / abends Und für Lerchen: • Rollläden schliessen • Abends ans Tageslicht • Sport am Abend • Sonnenbrille morgens Wie sehr sozialer Jetlag die Schlafarchitektur beeinträchtigen kann, sehen wir in den dargestellten Messungen, allerdings auch, wie Lichttherapie (siehe oben), gekoppelt mit Körperbewegung dann die Schlafarchitektur wieder normaliesieren kann. Wir müssen auch über die Umweltver- 28 Eulen – Lerchen und der Schlafmangel, den wir “Sozialer Jetlag” nennen 30 WAS TUN BEI “SOZIALEM JETLAG”? WAS WERDEN WIR BESPRECHEN? •Stress und seine Folgen •Schlafarchitektur •Umweltverschmutzung und Leberbelastung •Verbesserung der Lebensqualität mit TASSOBETTEN 29 WAS TUN BEI “SOZIALEM JETLAG”? Rollläden auflassen Frühmorgens ans Licht Sport am Morgen Sonnenbrille nachmittasg/abends Rollläden schliessen Abends ans Tageslicht Sport am Abend Sonnenbrille morgens 32 Die ältesten “Müllverbrennungsanlagen” der Welt ! Wir nennen sie: CYP´s (Cytochrom p450 Enzyme) 26 Der Schlaftypus oder Wie bestimme ich das?? Männer: Die “Extremschläfer” Frauen: Tendenz zur Nachtmitte 9 schmutzung, die von unserem Schlafplatz ausgehen kann, reden. Im diesem Bild sehen Sie sind die ältesten Müllverbrennungsanlagen der Welt. Es sind Enzyme - sie heien "CYP´s". CYP´s steht für: "Cytochrom P 450 Enzyme" . Wir haben sie in der Leber, den Nieren, der Haut, im Gehirn, wir haben sie eigentlich überall in den Körperzellen. Die CYP´s haben wichtige Funktionen: Sie entsorgen den Abfall für uns, sie sorgen dafür, dass das, was unseren Körper belastet, ausgeschieden werden kann und sie machen noch etwas ganz wichtiges: Sie sorgen für die Produktion von den Steroidhormonen, unter anderem Testosteron. Das ist das Regenerationshormon, das wir nachts bilden. Wenn sich ein und dasselbe CYP´s-System aufeinmal mit der Müllverbrennung zu beschäftigen hat, kann es nicht gleichzeitig auch noch regenerative Hormone produzieren. Je mehr Müll eine Leber in der Nacht entsorgen muss, desto weniger kann es regenerative Hormone produzieren. Die CYP´s sind ein so wichtiges System für alles, was lebt, dass schon die allerältesten Bakterien diese CYP´s hatten. Wir finden sie also auch in unserem Körper in den Bakterien, die Mitochondrien genannt werden. Mitochondrien, die Energiekraftwerke unseres Körpers, sind ähnlich den Müllverbrennungsanlagen unseres Körpers. Wir verbrennen Müll in unseren Körpern dank Bakterien. Sie wohnen beinahe in allen unseren Organen, aber vor allem in der Leber. Links sieht man eine normale Leberstruktur mit einem regelmäßigem Aufbau der Leberläppchen. Die weißen Punkte in der Mitte sind die ab- und zuführenden Blutgefäße. Rechts dahingegen eine Leber die zirrhotisch geworden ist: Was macht eine Leber zirrhotisch? Vor allen dingen, das kennen wir von Alkoholikern, das sogenannte Acetaldehyd, ein Abbauprodukt von Alkohol. Viel gefährlicher aber ist das "Schwesterchen" von Acetaldehyd mit dem Namen: Formaldehyd. Nun sind wir wieder ganz nah bei unserem Beruf: Spanplatten für Möbel, Kleber, Textilfarbstoffe u.v.m. Wenn Formaldehyd tatsächlich in Konzentrationen, die wir beim Möbelbau antreffen, in der Lage ist, die Entgiftungskapazität der Leber zu übersteigen, dann kann also ein schlechtes Bett dafür sorgen, dass ich A) nicht genügend sonstige Gifte (zum Beispiel aus der Nahrung oder aus dem Trinkwasser) entgiften kann, weil die Entgiftungskapazität meiner Leber komplett mit Formaldehyd ausgelastet ist und ich B) nicht mehr genügend regenerative Hormone, vor allem Testosteron, aufbauen kann. Wovon hängt eigentlich ab, ob eine Substanz ein Gift ist? Es hängt natürlich von dem Ausmaß der Belastung (der Einwirkungsdauer) ab. Acht Stunden lang in einem Bett liegen, dass nicht formaldehydfrei ist, wird damit zu einer potentiell gefährliche Sache! Es hängt weiterhin davon ab, wie gut das Entgiftungsorgan, die Leber, mit irgendeiner Substanz umgehen kann. Außerdem ist es abhängig davon, wie schnell sich ein Spiegel von diesem Gift im Körper aufbaut und inwiefern dieses Gift (Xenobeoticum, das bedeutet: Dem Leben fremd) in der Lage ist, körperliche Stoffwechselprozesse krankhaft zu beeinflussen. Ein Beispiel für letzteres ist der grüne Knollenblätterpilz. Die Belastung braucht nicht sehr hoch zu sein. Nur 0,1 mg Gift aus dem grünen Knollenblätterpilz (Amanitin) pro kg Körpergewicht ist tötlich. Das Verspeisen von zwei von diesen Pilzen reicht demnach für die meisten Menschen aus! Nichts desto Trotz, wenn ich meine Leber gewaltig unterstütze, dann kann der Mensch sogar den grünen Knollenblätterpilz überleben. Allerdings darf die Leber dann nicht noch mit anderen Dingen beschäftigt sein. Darüber gibt es sehr interessante Studien. Was ist eigentlich Formaldehyd? Warum ist es extrem wichtig, sich mit dem Thema "Formaldehyd" zu beschäftigen? Warum finden wir in der Literatur, die sich mit Toxinen beschäftigt, stapelweise Untersuchungen zum Thema Formaldehyd? Wir sollten uns allererst die Frage stellen, ob die E1-Norm für Spanplatten in Deutschland, bzw. In Europa die SENorm, tatsächlich eine Norm ist, bei der die Gesundheit nicht gefährdet ist. E1 hei?t, es wird 1 PPM Formaldehyd freigesetzt, d.h. 1 Pars Pro Million (= PPM), also ein Formaldehyd-Molekül auf 1 Million andere Moleküle. Wieviele Luft-Moleküle sind in einem Kubikmeter Luft? Die Zahl, die das beschreibt, die sogenannte Zahl von Avogadro, besagt: 6 x 1023. 1 Million = 106 1 PPM heißt nun, dass unsere Norm-Spanplatten innerhalb von 24 Std. 10 17 dieser Formaldehyd-Moleküle abgeben dürfen. Damit erfüllen diese Spanplatten die E1- Norm, was nicht weiter schlimm wäre, wenn Formaldehyd eine ungiftige Substanz wäre. Für mich persönlich ist diese E1-Norm aber absolut inakzeptabel. Sie ist im Allgemeinen für Menschen und sicher im Schlafbereich, eine viel zu große Belastung. Sie werden später sehen, warum. Formaldehyd ist ein Nervengift. Es zerstört Zellmembrane, es führt nach einer knallharten Studie (Kiec-Swierczynska 2006) zu einer linearen Zunahme der Allergiewahrscheinlichkeit nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. Es ist verantwortlich (Studie von Shcherbakowa 2004) für die Zunahme von Hirntumoren, sogenannte Astrozytome. Diese Hirntumore sind inoperabel. Wenn diese Kenntnisse da sind, warum 34 Wovon hängt ab, wie giftig ein Gift ist ? 1. Ausmass der Belastung 2. Verarbeitungskapazität der Entgiftungsorgane (Biotransformierung oder Ausscheidung) 3. Akkumulierungsgeschwindigkeit in Geweben und Organen 4. Die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Xenobiotikum (Gift) Stoffwechselprozesse krankhaft beeinflussen Beispiel: 35 Formaldehyde: E1-Norm (bedeutet 1 ppm) ?? 1. Nervengift 2. Zerstört Zellmembranen 3. Erhöht die Allergiewahrscheinlichkeit (Kiec-Swierczynska 2006) 4. Verantwortlich für Astrozytome (Shcherbakova 2004) 5. Mitursache von Alzheimer durch Zerstörung von Tau- Proteinen (Aslan 2006, Nie 2007) 33 Bakterien haben CYPS´s erfunden ! Sie wohnen in (beinahe) allen Organen, aber vor allem in der Leber. Deshalb: Leberpflege !! Zirrhose Ursachen (u.a.): Acetaldehyde Formaldehyde 10 wird dann die E1-Norm nicht geändert? Andere Herstellungsverfahren - ohne Formaldehyd - von Spanplatten kosten mehr Geld! Allerdings sollte man, gerade was die Gesundheit angeht, nicht geizig sein. Erst in letzter Zeit ist absolut deutlich geworden (Studien von Aslan, Oktober 2006 und von Nie, publizierend in einer Zeitschrift, die sich mit Älterwerden beschäftigt, Februar 2007), dass Formaldehyd wahrscheinlich einer der häufigsten Verursacher von Alzheimer ist. Wichtige Proteine, die für die Zellarchitektur zuständig sind, werden durch Formaldehyd zerstört. Links: Hier sehen Sie die Kanälchen in den Nervenzellen (Mikrotubulie). Sie sorgen dafür, dass der Transport in den Zellausläufern und auch in der Zelle selber, stattfindet. Sie müssen dafür allerdings an ihrem Platz gehalten werden. Ein Abflussystem in der Erde kann das Abwasser auch nicht bereinigen, wenn die Röhren nicht aufeinander passen. Durch Formaldehyd sind die sogenannten Tau-Proteine nicht mehr in der Lage das Mikroröhrchensystem an Ort und Stelle zu halten. Unten rechts: Sie sehen, das sind ganz andere Zellen , die absolut nicht mehr funktionieren. Sie werden vom Körper als fremd erkannt und demnach vernichtet. Formaldehyd kann Nervenzellen so verändern, wie in den Bildern gezeigt und ist also wahrscheinlich einer der Hauptursachen von Alzheimer. Wie hoch ist ohnehin die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken bei über 85-Jährigen? Über 45 % der 85-Jährigen der deutschen Bevölkerung sind an Alzheimer erkrankt! Könnte das eine Krankheit sein, die unter anderem durch die Verwendung von E1 Spanplatten ausgelöst wird? Weitere Untersuchungen sind absolut notwendig! Aber soviel ist jetzt schon klar: E1 Spanplatten haben im Schlafbereich absolut nichts zu suchen! Wie bereits erwähnt, verbringen wir die meisten Stunden der Nacht relativ bewegungslos, die ganze Zeit atmend und in einem geschlossenen Raum.Ich denke, dass wir Tassobetten wählen sollten, die absolut frei von Formaldehyd sind. Besonders in der Möbelbranche werden immer häufiger Materialien verwendet, die nicht formaldehydfrei sind. Z.B. Textilkleber, Lacke oder Formaldehyde die bei Farben Anwendung finden, weil ein glattes, relativ hartes Oberflächenprofil entsteht soll. Max Daunderer von der Universität München, derzeit wohl der bekannteste Toxikologe Europas, schreibt in einer seiner Studien, dass es im Augenblick ungefähr 500.000 verschiedene Farb- und Lackrezepturen gibt. Wieviele von diesen Farben und Lacken (inbegriffen alle Farben; von Textilfarben bis hin zu Holz- u. Kunststofflacken), sind tatsächlich ungiftig für den Menschen? Es ist von überragender Bedeutung, auf Schlafsysteme zurückzugreifen, bei denen alle verwendeten Materialien genau auf die Toleranz im Hinblick auf die Gesundheit vom Menschen geprüft wurden. Kein Formaldehyd, keine weitere Giftsubstanzen! Die Leber kann dadurch so blockiert werden , dass sie irgendwann nicht mehr in der Lage ist regenerative Hormone zu produzieren und das bedeutet, um es mal ganz klar zu sagen: "Man lebt kürzer!" Zwei kleine Studien zeigen den Einfluß von Formaldehyd auf einige grundlegenden Fähigkeiten von 5-jährigen Kindern. Die linke höhere Säule zeigt jeweils die Werte der Kinder, die in Formaldehyd belasteten Räumen schlafen. Die anderen Säulen gehören zu Kindern, die in Räumen schlafen, welche nicht Formaldehyd belastet sind. Sie sehen einige Fähigkeiten, die gerade bei Kindern sehr wichtig sind: • Sehstörungen (optische Wahrnehmungsfähigkeit) durch Formaldehyd treffen wir bei ca. 30% der Kinder zwischen 36 Monaten und 5 Jahre an. • Störungen der Handgeschicklichkeit bei jedem dritten Kind, welches Formaldehyd ausgesetzt wurde. • Störungen der Körperkontrolle bei ca. 30%. • Sprachstörungen bei 80% der belasteten kleinen Kinder. • Akkustische Wahrnehmungsstörungen: Bei über 70% der Kinder. • Störungen des sozialen Kontaktes: Geringe Unterschiede. Und nun die gleiche Untersuchung, aber 24 Monaten später. inder aus der Formaldehyd-Gruppe haben zu 60% soziale Kontaktschwierigkeiten, wobei nur 8% der Kinder aus der formaldehydfreien- Gruppe diese Störungen aufweisen. Sprachstörungen sind in der Kontrollgruppe von 5-jährigen Kindern nicht mehr vorhanden. Allerdings leiden 40% der Kinder, die in Formaldehyd verseuchten Räumen schlafen, immer noch an Sprachstörungen. Das wiederum bedeutet, sie werden Probleme in der Schule haben, weil sie Schwierigkeiten haben, sich zu artikulieren. Sie landen teilweise, obwohl sie Intelligent sind, in Sonderunterrichtsformen, weil Lehrer und Eltern meinen, dass ein Kind, das nicht richtig reden kann, nicht sehr intelligent sein kann. Diese Tatsache kann den ganzen weiteren sozialen und gesellschaftlichen Weg eines Kindes bestimmen. Und wie wir gesehen haben, kann der Lebensweg damit enden, dass diese Kinder später auch noch Alzheimerpatienten werden. Das alles nur, weil in ihren Schlafräumen ein 1 PPM Formaldehyd-Ausstoßer in der Form eines Schlafmöbels vorhanden ist. Ich glaube man kann es nicht deutlicher sagen; wir schaden damit unserer nächsten Generation. Leberregeneration kann auf zwei Art und Weisen stattfinden. 1. Mit einer Reihe von Pflanzen: 36 Einflu